
Linz (kath.net/jg)
Die österreichische „Pfarrer-Initiative“ hält am Sonntag in Linz ihre diesjährige Generalversammlung ab. Helmut Schüller, der Sprecher der Bewegung, möchte die Sitzung mit einem „Vernetzungstreffen“ verbinden, wie es in der Einladung heißt. Es geht sowohl um die interne Vernetzung der 427 Mitglieder und 2.886 Unterstützer der Pfarrer Initiative als auch um den Ausbau von Kontakten mit ähnlichen Initiativen in anderen Ländern. Als Gäste werden Vertreter der Schweizer „Pfarrei-Initiative“ und der „Association of Catholic Priests“ aus Irland erwartet, schreibt Schüller im letzten Newsletter der Bewegung.
Bereits am Dienstag hat die österreichische Laieninitiative ebenfalls in Linz eine Vorstandssitzung abgehalten. Dabei wurde Margit Hauft, die frühere Präsidentin der Katholischen Aktion Oberösterreich und der Katholischen Frauenbewegung Österreichs, in den Vorstand kooptiert. Im Januar 2013 soll sie bei der Generalversammlung zur nächsten Obfrau der Bewegung gewählt werden. Dies berichtet der ORF mit Berufung auf eine Aussendung des interimistischen Leiters der Laieninitiative, Peter Pawlowsky.
Sie habe sich hinsichtlich der Reformforderungen nicht umstellen müssen, sagte Hauft gegenüber den „Oberösterreichischen Nachrichten“. Wer die Positionen der Katholischen Aktion kenne, wisse, dass die Anliegen mit denen der Laieninitiative ident seien. Die Katholische Aktion Oberösterreich ist wegen ihrer pauschalen Solidaritätserklärung mit kirchlichen Reformgruppen von Bischof Ludwig Schwarz zurechtgewiesen worden, wie kath.net berichtet hat.
Die Laieninitiative vertritt die Ansicht, die gegenwärtige Kirchenverfassung widerspreche „in wesentlichen Belangen sowohl dem Evangelium als auch den heute allgemein anerkannten Grund- und Menschenrechten“. Sie hält das gegenwärtige System für eine „absolutistische Papstdiktatur“, das jede Mitsprache und Mitwirkung abweisen könne. Das Handeln des amtierenden Papstes sei „immer weniger zu verstehen“, die Kirchenleitung agiere „weltfremd“. Unter den Empfehlungen für eine Verbesserung finden sich nicht nur altbekannte Forderungen nach Laienpredigt, Aufhebung des Pflichtzölibates für Priester und die Zulassung geschiedener und zivilrechtlich wiederverheirateter Personen zur Kommunion, sondern auch die „Laienbeichte“ und die Krankensalbung durch Laien im Rahmen der Krankenhausseelsorge. Letzteres wird unter anderem damit begründet, dass das Auftreten eines fremden Priesters „ohne wirklich Kenntnis des Kranken ... das Sakrament zu einem magischen Ritus abwerten“ würde.
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