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Für eine vom Hunger befreite Menschheit

17. Oktober 2012 in Weltkirche, 2 Lesermeinungen
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In der Botschaft zum Welternährungstag bittet der Papst um Schutz und Hilfe für die Landwirtschaft - Die Genossenschaften können die spekulativen Tendenzen eindämmen, die nunmehr bereits die Grundnahrungsmittel betreffen (Osservatore Romano)


Vatikanstadt (kath.net/OsservatoreRomano) Es ist möglich, die Menschheit vom Hunger zu befreien. Dessen ist Benedikt XVI. sich sicher, und er zeigt auch, was dafür getan werden muß: Es würde genügen, auf politische Maßnahmen zu verzichten, die »als einziges Ziel den Profit, den Schutz der Märkte, den nicht für die Ernährung bestimmten Gebrauch landwirtschaftlicher Produkte, die Einführung neuer Produktionstechniken ohne die notwendigen Vorsichtsmaßnahmen« haben. Und dann muß den spekulativen Tendenzen ein Ende gesetzt werden, »die nunmehr bereits die Grundnahrungsmittel betreffen«, sowie dem »massenhaften Aufkauf von Anbauflächen«, der die Bauern – die scheinbar keine Rechte besitzen –, zwingt, ihr Land zu verlassen.


Der Papst verurteilt ganz entschieden alles, was dem Recht auf Nahrung der gesamten Menschheitsfamilie im Wege steht. Ebenso entschieden verteidigt er jene »neue Form der Wirtschaft, die im Dienst der Person steht und daher in der Lage ist, Formen des Miteinander-Teilens und der Unentgeltlichkeit zu fördern«, wie sie von den landwirtschaftlichen Genossenschaften vertreten wird.

Diese Überzeugungen hat der Papst in der Botschaft zum Ausdruck gebracht, die er an José Graziano da Silva, den Generaldirektor der FAO gerichtet hat, anläßlich des Welternährungstages 2012, der nicht zufällig dem Thema »Die landwirtschaftlichen Genossenschaften ernähren die Welt« gewidmet ist.
»Die Genossenschaft in ihrer tiefsten Bedeutung«, so der Papst, »verweist auf den Anspruch der Person, sich mit anderen zusammenzutun, um gemeinsam mit ihnen neue Ziele im sozialen, wirtschaftlichen, kulturellen und religiösen Bereich zu erreichen«. Es handelt sich um eine dynamische und vielfältige Wirklichkeit, die »aufgerufen ist, nicht nur auf unmittelbare und materielle Erfordernisse zu antworten, sondern zur Perspektive einer jeden Gemeinschaft beizutragen«.

»Die Kirche«, so fügte er hinzu, betrachtet auch die Arbeit und das genossenschaftliche Unternehmen als Formen, eine Erfahrung der Einheit und der Solidarität zu leben, die in der Lage ist, die Unterschiede und selbst die sozialen Konflikte zwischen den Personen und den verschiedenen Gruppen zu überwinden«. Dafür ist es unverzichtbar, daß die öffentliche Hand »die notwendigen rechtlichen und finanziellen Mittel zur Verfügung stellt, damit die Kooperativen in den ländlichen Gebieten wirkkräftige Werkzeuge für die landwirtschaftliche Produktion, die Ernährungssicherung, den sozialen Wandel und eine umfassendere Verbesserung der Lebensbedingungen sein können«.


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