14 Oktober 2012, 10:10
Slowakei: Weiter Vorwürfe und Dementis zu Bischofsabberufung
 
Hildegard13
 
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Italienischer Vatikanist Magister: Unter dem abberufenen Erzbischof Bezak kam es in Erzdiözese Trnava zu finanziellen und anderen 'Unregelmäßigkeiten' – Mitarbeiterin Bezaks weist Vorwürfe zurück

Pressburg (kath.net/KAP) In der Amtszeit des abgesetzten slowakischen Erzbischofs Robert Bezak (siehe Foto) sei es in der Erzdiözese Trnava zu finanziellen Unregelmäßigkeiten gekommen. Das schreibt der italienische Vatikanist Sandro Magister in seinem viel gelesenen Blog chiesa.espresso.repubblica.it, der sich in mehreren Folgen und in Kontroverse-Form mit den Hintergründen zur Absetzung befasst hat. Magister beruft sich dabei auf Informationen aus der römischen Bischofskongregation. Der Verlust aus Anlagen und Spekulationen mit kirchlichen Geldern soll demnach 600.000 Euro betragen haben.

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Magister listet noch weitere Vorwürfe gegen Bezak auf, die ihm zugespielt worden seien und die auch in Kreisen der slowakischen Hierarchie immer wieder vorgebracht wurden: Bezak habe sich mit homosexuellen Priestern umgeben, liberale Ansichten über Scheidungen und Euthanasie vertreten, unangemessene Kleidung getragen und offizielle Anlässe wie Pfarrbesuche und Firmspendungen sehr leger gehandhabt.

Zwei enge Mitarbeiter Bezaks, Anna Huscavova und Ondrej Studenec, hätten durch zwei Gesellschaften der Erzdiözese Trnava Verluste in der Höhe von 600.000 Euro zugezogen. Diese seien laut Vatikan "uneinbringbar". Der Erzbischof habe zudem sämtliche Verwaltungsangestellten der Erzdiözese entlassen und das materielle Portfolio den Firmen der Betreffenden übertragen. Diese seien von Freunden Bezaks gegründet und geleitet worden.

Die von Bezak Betrauten seien weiters bereits für eine misslungene Sanierung der Finanzen und Liegenschaften in der Nachbardiözese Banska Bystrica verantwortlich gewesen. Bezak habe dort vor seiner Erhebung zum Erzbischof als Pfarrer gewirkt.

Managerin weist Vorwürfe zurück

Gegenüber der Pressburger Tageszeitung "SME", die die Behauptungen im Blog von Sandro Magister als erstes Medium in der Slowakei publik machte, stritt Huscavova alle vorgebrachten Anschuldigungen ab. Mit Ausnahme von einigen wenigen "bei Vergleichen an Einzelpersonen abgetretenen kleinen Grundstücken" habe Erzbischof Bezak kein Eigentum veräußert. Keinesfalls seien "alle Verwaltungsangestellten entlassen" worden.

Zu bedenken sei zudem, dass die Erzdiözese durch die Neuordnung der slowakischen Diözesen unmittelbar vor Bezaks Amtsantritt erheblich kleiner geworden sei. Den genannten Firmen "Ninett" und "Hanalex" oder anderen Unternehmen sei keinerlei Eigentum übertragen worden. Die Wirtschaftstreuhandkanzlei "Hanalex" habe - anders als behauptet - nie einen Kredit erhalten, die Firma "Ninett" habe von der Erzdiözese nur einmal einen Kredit in der Höhe von 60.000 Euro erhalten. Dieser sei für den Start des von Bezak im Erzbischöflichen Palais eingerichteten Restaurants "Galeria" bestimmt gewesen. Er sei erst zwei Wochen nach der Visitation gewährt worden. Die Rückzahlung sei noch nicht fällig, das Restaurant hingegen sei sofort nach der Abberufung des Erzbischofs geschlossen worden.

Sie habe auch "niemals für die Diözese Banska Bystrica gearbeitet, weder direkt noch indirekt", so Anna Huscavova. Die von Magister kolportierten Angaben seien "ein Versuch, Robert Bezak zu diskreditieren". Dessen Verdienst sei hingegen, dass er das Eigentum der Erzdiözese Trnava neu bewertet habe, eine "wirtschaftliche und personelle Rationalisierung" durchgeführt habe, was "unausweichlich" gewesen sei und "längst vor seinem Amtsantritt hätte vorgenommen werden müssen".

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