
Bonn (kath.net)
P. Hans Langendörfer SJ gerät aufgrund der Kirchensteuerpolitik der Deutschen Bischofskonferenz unter Druck. Nach wie vor hagelt es von vielen Seiten Kritik am umstrittenen Kirchensteuerdekret der Deutschen Bischöfe. Zuletzt sogar die Zeitung "Christ & Welt", die früher von Kirchensteuergeldern großzügig finanziert wurde, Kritik geübt. In der jüngsten Ausgabe verteidigt Langendörfer das Schreiben erneut und meint, dass es aufgrund der Kirchensteuer eine Vielzahl kirchlicher Medien und sogar eine katholische Journalistenschule gibt. "Sind das glaubens- und menschenferne Investitionen?", meint Langendörfer. Die Journalistenschule der Deutschen Bischöfe stand übrigens zuletzt in der Kritik, nachdem Teilnehmer Beiträge über erotische Aspekte von Groschenromanen und einen Swingerclub erstellt hatten.
Der Jesuit verteidigt das Kirchensteuersystem, räumt aber ein, dass die These vermutlich nicht ganz falsch sei, dass die Steuer bequem mache und die Kirche auf Abwege bringen könne. Für Langendörfer ist das Kirchenaustrittsdekret kein Kirchenfinanzierungsdekret, sondern dies stelle klar, welche kirchlichen Auswirkungen eine zivile Kirchenaustrittserklärung habe. Das Dekret sei keine Vorschrift, die Steuereinnahmen erhalten solle. Dann schreibt der Generalsekretär der Deutschen Bischofskonferenz: "Erstens: Katholik ist und bleibt man als katholisch Getaufter, auch nachdem man seinen Kirchenaustritt erklärt hat, allerdings mit geminderten Rechten. Zweitens: Man kann sehr wohl ein guter oder auch ein weniger aktiver Katholik sein, ohne Kirchensteuer zu entrichten. Die Mehrzahl der Katholiken wird nicht zur Kirchensteuer veranlagt."
Dann räumt Langendörfer ein, dass viele Geistliche über das "pastorale Schreiben", das jedem Ausgetretenen geschickt werden soll, klagen, und meint, dass doch klar sei, dass einem Pfarrer vor allem daran gelegen sein müsse, einen "werbenden und gewinnenden Ton" zu finden. Dies müsse man von ihm sogar erwarten. "Ist es aber nicht dennoch auch richtig, die Austretenden mit den Konsequenzen ihres Austritts zu konfrontieren und sie auf diese Weise ernst zu nehmen?", schreibt er. Der Austritt sei ein "pastorales und nicht primär ein finanzielles Problem". Am Ende meint der Jesuitenpater, dass die Kirchenfinanzierung durch eine Steuer schon jetzt "zahllose pastorale und soziale Projekte" im Inland und in der Einen Welt in verlässlicher und planbarer Weise möglich.
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