
Rom (kath.net)
Der Kölner Kardinal Joachim Meisner hat am Dienstag im Rahmen der Bischofssynode vor Journalisten erklärt, dass man mit Blick auf die Vorbereitungstexte der jetzigen Synode klar sagen müsse, dass man sich hüten müsse, dass sich die Bemühungen zu sehr nach außen richten. Man müsse vielmehr bei sich selbst anfangen. "Wir müssen von einer Selbstsäkularisierung zu einer Selbstevangelisierung kommen." Kritik übte Meisner dann daran, dass kaum noch Ordensleute in der Öffentlichkeit als solche zu erkennen seien, wie "Radio Vatikan" berichtete. "Die haben sich alle selbst säkularisiert." Die "Entsakralisierung" betreffe laut dem Kardinal vor allem die katholische Liturgie. "Das muss wieder die Feier des Mysteriums Christi sein, das mir Ausgangspunkt und Impuls ist, um draußen in der Gesellschaft wirklich Zeugnis zu geben für Jesus Christus!"
Auch bei "unseren enormen Werken der Caritas" müsse der katholische Charakter wieder erkennbarer sein. Meisner fragte sich dann auch, warum "seelisch belastete Menschen" immer gleich weiter zum Psychologen und nicht zum Bußsakrament geschickt werden. "Das ist doch wirklich der Gesundbrunnen, der die Menschen dynamisiert! Ich habe mich sehr gefreut, als heute im Lauf des Tages Erzbischof Dolan von New York gesagt hat, das Bußsakrament müsse zum Sakrament der Re-Evangelisierung werden. Wir müssen erst mal nach innen gehen, um dann nach außen dynamisch zu werden!"
Der Kölner Erzbischof verwies dann auf Mutter Teresa und erklärte, dass große Christen keine "großen theologisch-pastoralen Strategen" gewesen wären, sondern "Menschen, in denen etwas geglüht" habe. "Das Christentum hat sich ja bekanntlich nicht durch Propaganda weiterverbreitet, sondern durch Ansteckung und durch Berührung!"
Foto: (c) Erzbistum Köln
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