08 Oktober 2012, 13:19
Das Feuer Gottes – Das Wesen der Evangelisierung
 
Hildegard13
 
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Benedikt XVI. zum Beginn der Bischofssynode: der Glaube – Flamme, die wirklich mein Sein entzündet, die die große Leidenschaft meines Seins wird und so die anderen entflammt: ‚Das ist das Wesen der Evangelisierung’. Von Armin Schwibach

Rom (kath.net/as) Nach dem feierlichen Eröffnungsgottesdienst am gestrigen Sonntag nahm die 13. Ordentliche Vollversammlung der Bischofssynode zum Thema der neuen Evangelisierung am Montag ihre Arbeiten auf. Diese wurden nach der Schriftlesung und dem Hymnus der Terz mit einer in freier Rede gehaltenen Betrachtung von Papst Benedikt XVI. eingeleitet. Der Papst betonte dabei, dass der Evangelisierer das „Feuer Gottes“ im Herzen tragen müsse, mit dem Bewusstsein, dass Gott es ist, der in der Kirche wirkt. Gleichzeitig zeichne sich der Evangelisierer durch eine brennende Leidenschaft aus, Christus der Welt mitzuteilen.

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Von jeher, auch bevor in einer Nacht in Bethlehem ein Kind die Geschichte verändert habe und nach 2000 Jahren der Verbreitung des Evangeliums, stünden viele Menschen vor der Frage: „Wer ist Gott? Was hat er mit der Menschheit zu tun?“

„Hinter der Stille des Universums, hinter den Wolken der Geschichte: gibt es da einen Gott oder nicht? Und wenn da dieser Gott ist – kennt er uns? Hat er mit uns zu tun? Ist dieser Gott gut und hat die Wirklichkeit des Guten Macht in der Welt oder nicht? Diese Frage ist heute so aktuell, wie sie es zu allen Zeiten war. Viele Menschen fragen sich: ist Gott eine Hypothese oder nicht? Warum macht er sich nicht bemerkbar?“

„Evangelium“ aber bedeute, „dass Gott sein Schweigen gebrochen hat: Gott hat gesprochen, Gott ist da. Gott kennt uns, Gott liebt uns, er hat die Geschichte betreten. Jesus ist sein Wort, der Gott-mit-uns, der Gott, der uns zeigt, dass er uns liebt, der mit uns leidet bis zum Tod und aufersteht“. Dies sei die Antwort der Kirche auf jene große Frage: „Wer ist Gott?“.

Dennoch müsse sich vor allem für die Synodenväter die Frage stellen: „Gott hat gesprochen, er hat wirklich das große Schweigen gebrochen, er hat sich gezeigt. Doch wie können wir diese Wirklichkeit zum Menschen von heute gelangen lassen, damit sie Heil werde?“. Ausgehend vom Hymnus der soeben gebeteten Terz erklärte Benedikt XVI. die hierzu notwendigen drei Grundschritte: das Gebet, das öffentliche Bekenntnis des Glaubens und die „caritas“.

Die Apostel hätten die Kirche nicht „durch die Ausarbeitung einer Verfassung“ geschaffen, sondern indem sie in Erwartung von Pfingsten im Gebet verharrten. Dies bedeutet für den Papst: „Wir können die Kirche nicht machen, wir können nur das kennenlernen lassen, was Er gemacht hat. Die Kirche beginnt nicht mit unserem Tun, sondern mit dem Tun und Sprechen Gottes. Allein Gott kann seine Kirche schaffen. Wenn Gott nicht handelt, so bleiben unsere Dinge allein die unsrigen und sind so unzureichend. Allein Gott kann bezeugen, dass er es ist, der spricht und gesprochen hat“.

Somit sei es keine reine Formalität, dass jede Synodenversammlung mit dem Gebet beginne, „sondern ein Zeigen des Bewusstseins der Tatsache, dass die ‚Initiative’ immer von Gott ausgeht, dass wir um sie flehen dürfen und dass die Kirche mit Gott nur ‚zusammenarbeiten’ kann“.

Daraus ergebe sich der zweite Schritt, der in lateinischer Sprache „confessio“ laute: das öffentliche Bekenntnis des Glaubens. Dieser Akt sei mehr als ein reines Bekenntnis des Glaubens an Christus: eine „confessio“ wie jene, die mutig vor einem Gericht, vor den Augen der Welt geschehe, obwohl man wisse, dass dies einen Preis abverlangen könne.

Das Wort „confessio“, das im lateinischen christlichen Sprachgebrauch das Wort „professio“ ersetzt habe, „trägt ein martyriologisches Element in sich, das Element des Zeugnisses vor dem Glauben feindlich gesinnten Instanzen, das Zeugnis auch in Situationen des Leidens und der Todesgefahr“. Gerade dies gewährleistet für Benedikt XVI. die Glaubwürdigkeit: „die ‚confessio’ ist nicht etwas, das man auch fallen lassen könnte. Die ‚confessio’ schließt die Bereitschaft ein, mein Leben zu geben, das Leiden anzunehmen“. Daher bedürfe die „confessio“ eines Gewandes, das sie sichtbar macht. Dies leite zum dritten Schritt über: der „caritas“ .

Die „caritas“ „ist die größte Kraft, die im Herzen eines Christen brennen muss, die Flamme, aus der zu schöpfen ist, um den Brand des Evangeliums um uns herum zu entzünden“. Es müsse eine christliche Leidenschaft geben, die dem Glauben entwachse, „die sich in ein Feuer der Liebe verwandeln muss“.

„Der Christ darf nicht lau sein“, so Benedikt XVI. abschließend. Der Glaube müsse vielmehr Flamme der Liebe in uns werden: „Flamme, die wirklich mein Sein entzündet, die die große Leidenschaft meines Seins wird und so die anderen entflammt. Das ist das Wesen der Evangelisierung“.






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