
Mainz (kath.net/pl) Singles haben zwar oft einen großen Freundeskreis, doch wie belastbar sind diese Beziehungen in Krisenzeiten? „Diese Netzwerke halten nicht. Da hilft nur die Familie.“ Das sagte Stefan Hradil, emeritierter Soziologieprofessor an der Universität Mainz. Darüber berichtete die „Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung“. „Wer erkrankt, dem holen Freunde oder Nachbarn drei Tage lang Medikamente aus der Apotheke, dann gucken sie 14 Tage, wie es den Kranken geht, dann setzt es meistens aus.“ Der Forscher, der sich selbst als „wahrlich kein Anhänger eines altmodischen Familienbildes“ bezeichnete, wies darauf hin, dass es über die Gründe für solches Verhalten bisher noch keine aussagekräftigen Studien geben, nur so viel sei klar: „Junge Alleinstehende leben mit der Illusion, sie hätten ja viele Bekannte. Der Gedanke an Krankheiten nervt und wird verdrängt.“ Offenbar hätten nur Eltern und Geschwister die Ausdauer und Nerven, Angehörige über Monate oder Jahre hinweg zu unterstützten oder zu pflegen. Der Soziologe zitierte einen Satz des österreichischen Schriftstellers Karl Kraus: „Das Wort Familienbande hat einen Beigeschmack von Wahrheit.“
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