
Warschau (kath.net/KNA) Polens katholische Bischöfe fordern weiter einen Sendeplatz für den Kirchen-TV-Sender «Trwam» im künftigen Digitalnetz. Zum Abschluss ihrer Vollversammlung in Warschau riefen sie am Mittwochabend die Rundfunkbehörde auf, kirchliche und andere Sender bei der Vergabe der Digitalfrequenzen gleich zu behandeln. Zudem beriefen sie erstmals einen eigenen Beauftragten für «Trwam»: den Danziger Erzbischof Slawoj Leszek Glodz. Der Vorsitzende der Polnischen Bischofskonferenz, Erzbischof Jozef Michalik, sagte, Glodz solle für einen «sehr stabilen und direkten Kontakt» zum Sender des Redemptoristenpaters Tadeusz Rydzyk sorgen.
Mit der Berufung eines Beauftragten distanziere sich die Bischofskonferenz nicht von dem Programm, so Michalik: «Wir haben keine Bedenken gegen die Tätigkeit dieses Fernsehsenders.» Allerdings könne man auch nicht sagen, dass «Trwam» ein Medium der Bischofskonferenz sei. Glodz selbst sagte, das Programm solle unter einem «kirchlichen Schirm» bleiben. Es handele sich um einen «wichtigen Sender».
Kritiker warfen «Trwam» wiederholt politische Agitation für die rechtskonservative Opposition vor. Die nationale Rundfunkbehörde hat eine terrestrische Digitalfrequenz für das Programm abgelehnt und dies mit fehlenden finanziellen Sicherheiten des Senders begründet. Sein Träger, Rydzyks Stiftung Lux Veritatis (Licht der Wahrheit), habe keine Einzelheiten zu einem Darlehen der polnischen Provinz des Redemptoristenordens nennen wollen.
Gegen die Entscheidung der Behörde, die gerichtlich bestätigt wurde, hat es zahlreiche Demonstrationen gegeben. Nach Angaben von «Trwam» unterschrieben inzwischen fast 2,4 Millionen Menschen einen Aufruf an den Rundfunkrat für eine Digitalfrequenz und gegen die «Diskriminierung katholischer Medien». «Trwam» klagt nun vor einem Berufungsgericht. Die Rundfunkbehörde will demnächst einen Platz im Digitalnetz an einen religiösen Sender vergeben.
Der 2003 gegründete Kirchen-TV-Sender ist bislang nur über Satellit, Kabel und Internet zu empfangen. Auch künftig darf er sein Programm so ausstrahlen. Im Sommer 2013 wird in Polen das terrestrische Fernsehen auf digitale Verbreitung umgestellt.
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