
Köln (kath.net/pl) „Als ich im September 1987, zweieinviertel Jahre vor dem Mauerfall, vom Heiligen Vater nach Castel Candolfo bestellt wurde, da habe ich mit ihm ein langes Gespräch geführt auf der Gartenbank. Und da sagte er mir, dass ich nach Köln müsse.“ Das erwähnte Joachim Kardinal Meisner in der Kölner Kirche St. Pantaleon am Ende der Gedenkmesse zum zehnten Jahrestag der Heiligsprechung von Josefmaria Escrivá (kath.net hat berichtet). Der Kölner Erzbischof wollte noch einige Worte zum Tag der deutschen Einheit sagen.
Meisner berichtete weiter, dass er damals Papst Johannes Paul II. zur Antwort gegeben habe: „Das ist unmöglich. Ich bin der Vorsitzende der Berliner Bischofskonferenz und sage immer den Gläubigen, hier ist unsere Aufgabe“.
Doch Johannes Paul II. habe ihm erwidert: „Du wirst der erste von vielen Ostdeutschen sein, die nach dem Westen gehen, und viele Westdeutsche werden nach dem Osten gehen. Da sagte ich: Heiliger Vater, das hast du nicht ex cathedra, sondern ex Gartenbank gesagt.“
Doch Papst Johannes Paul habe geantwortet, dies sei zwar „nicht ex cathedra, aber der Papst hat doch recht“.
Meisner habe daraufhin den Papst gefragt, „Heiliger Vater, hast du den Tipp von Geheimdiensten? Er sagte: Oben ist mein Geheimdienst.“
Am nächsten Tag habe sich Meisner mit Kardinal Ratzinger darüber ausgetauscht. Auf Meisners Frage, „wie kannst du dir das erklären?“, habe Kardinal Ratzinger geantwortet: „Der Papst hat seine Glaubensgeheimnisse, da komme ich auch nicht dahinter.“
Und Johannes Paul II., betonte der Kölner Kardinal, „hat recht behalten. Zweieinviertel Jahre später ist die Mauer gekippt und sind manche andere Hindernisse gekippt.“
Kardinal Meisner: Die deutsche Einheit und die Geheimnisse eines Papstes
![]()
Foto Joachim Kardinal Meisner: (c) kath.net/Petra Lorleberg
Tweet
Lesermeinungen zu diesem Artikel anzeigen und Kommentar schreiben



Tippfehler melden
Druckversion



Anderswo...
Top Artikel der letzten 7 Tage

