
Freiburg (kath.net)
Die im Herder-Verlag erscheinende Zeitung "Christ in der Gegenwart" hat schwere Kritik an umstrittenen "Kirchensteuer"-Dekret der Deutschen Bischofskonferenz geübt. In einer aktuellen Analyse stellte Stephan Neumann, ein Mitarbeiter der Zeitung fest, dass die deutschen Bischöfe mit ihrem Dekret zum Kirchenaustritt eine historische Chance vertan haben. Wörtlich schreibt Neumann: "In einer Zeit, in der vieles aufgerechnet wird, in der man mit Geld fast alles kaufen kann und in der auch die religiösen Autoritäten ständig den Materialismus auf allen Ebenen anprangern, wäre es ein starkes Zeichen gewesen, selbstkritisch und im Dialog mit all jenen, die es mit dem Glauben ernst meinen, die Finanzierung über die Kirchensteuer zu überprüfen." Für den Redakteur der Zeitung bleibt es ohnedies fraglich, ob die Möglichkeit, Teil der Kirche zu sein, ohne Kirchensteuer zu entrichten, wirklich zu massenhaften Austritten führen werde, da derzeit fast neunzig Prozent der kirchensteuerzahlenden Christen das wöchentliche Angebot der Eucharistiefeier oder des Gottesdienstes schon jetzt nicht mehr annehmen. Immer mehr bleiben schon jetzt den weiteren Sakramenten fern. Es sei daher gar nicht das Problem, dass Menschen ohne zu zahlen Heilsangebote der Kirche in Anspruch nehmen.
Das eigentliche Problem liege darin, dass "viele die Kirchensteuer zahlen und nominell der Glaubensgemeinschaft angehören, obwohl sie den Christusglauben verloren haben oder dieser ihnen nichts mehr für ihr Leben bedeute". Abschließend stellte Neumann fest: "Die Kirche ist kein (Sozial-)Verein, sie ist eine Glaubensgemeinschaft. Entscheidend ist nicht, ob man pünktlich den Mitgliedsbeitrag entrichtet, sondern ob man Leben, Tod und Auferstehung Jesu Christi bezeugt. Die Kirche sollte darauf vertrauen: Wer glaubt, der ist auch wie bereits in der Urgemeinde bereit, solidarisch bis ins Materielle hinein zu teilen."
Der Beitrag in voller Länge: http://www.christ-in-der-gegenwart.de
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