01 Oktober 2012, 12:00
Europas Bischofskonferenzen kritisieren Liberalismus-Exzesse
 
Hildegard13
 
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An Beratungen des Rates der Europäischen Bischofskonferenzen in St. Gallen nahm auch Kardinal Schönborn teil - Abschlusserklärung definiert Fundament Europas als Zusammenspiel der "beiden Flügel Glauben und Vernunft"

St. Gallen (kath.net/KAP) Die Sorge um die Zukunft Europas, besonders des europäischen Einigungsprojekts, und die Notwendigkeit einer Neuevangelisierung, standen im Mittelpunkt der Vollversammlung der Vorsitzenden der europäischen Bischofskonferenzen, die am Samstag in St. Gallen zu Ende ging. In der am Montag veröffentlichten Abschlusserklärung werden unter anderem "gravierende Auswüchse" eines finanzwirtschaftlichen "Laissez-faire", eines "ethischen 'Libertarianismus'" sowie wachsende antichristliche Intoleranz in Europa angeprangert. An den viertägigen Beratungen des Rates der Europäischen Bischofskonferenzen (CCEE) unter Vorsitz von Kardinal Peter Erdö (Esztergom-Budapest) nahm auch Kardinal Christoph Schönborn teil.

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In der vom CCEE-Sekretariat in St. Gallen veröffentlichten Abschlusserklärung wird das Fundament Europas als Zusammenspiel der "beiden Flügel Glauben und Vernunft" definiert. "Die beiden Flügel gehören zum Menschen und seiner Geschichte, sie sind das Fundament unserer Zivilisation", so die Bischöfe. Die Kirche gebe "von der Wahrheit des Glaubens Zeugnis" und nehme teil "an der kulturellen und sozialen Debatte auf der Grundlage des ihr eigenen Erbes der Weisheit und Kultur", die sie "als Ausdruck der richtigen Vernunft" sehe. In diesem Zusammenhang stehe die Absicht, "die natürlichen Grundlagen der Gesellschaft, wie die Familie oder das Zusammenleben der verschiedenen kulturellen und religiösen Traditionen, wiederherzustellen".

Allerdings werde auch in Europa die Stimme der Christen "von manchen als unbequem empfunden und als intolerant oder rückschrittlich eingestuft", beklagen die Bischöfe: "In Wahrheit wird ihre Stimme für gefährlich gehalten, weil sie sich frei äußert, ohne sich irgendwelchen Interessen zu beugen, und nicht bereit ist, sich erpressen zu lassen. Die menschliche Person und die Gesellschaft zu schwächen, ist nicht zum Wohle des Menschen, sondern steht für die Interessen einzelner."

Der CCEE hebt den Wunsch nach "wahrhaftigem Respekt und Offenheit für einen Dialog ohne Vorurteile und Arroganz" in Europa hervor: "Die Christen spüren ihre Verantwortung als Bürger und verfügen über ein Erbe an Wahrheiten, die im Laufe der Geschichte der letzten 2.000 Jahre im Dienst, im Guten und in der Zivilisation zum Tragen kamen. Unser Auftrag verpflichtet uns, weise Hirten unserer Gemeinden zu sein, welche in unserer Zeit gegenwärtig sind wie die Hefe im Teig und wie Leuchten, die durch das Licht Christie zum Wohle aller strahlen."

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