30 September 2012, 23:55
Großdemonstration für Kirchen-TV-Sender in Warschau
 
Hildegard13
 
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Zu der Demonstration unter dem Motto «Wach auf Polen» hatte die rechtskonservative Opposition, die Gewerkschaft «Solidarnosc» sowie der katholische TV-Kanal und dessen Partnersender «Radio Maryja» aufgerufen.

Warschau (kath.net/KNA) Bis zu 100.000 Menschen haben am Samstag in Warschau gegen die polnische Regierung und für den Kirchen-TV-Sender «Trwam» demonstriert. Sie protestierten unter anderem gegen die Anhebung des Renteneintrittsalters auf 67 Jahre und die Ablehnung einer terrestrischen Digitalfrequenz für «Trwam». Zu der Demonstration unter dem Motto «Wach auf Polen» hatte die rechtskonservative Opposition, die Gewerkschaft «Solidarnosc» sowie der katholische TV-Kanal und dessen Partnersender «Radio Maryja» aufgerufen.

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Laut konservativen polnischen Online-Medien handelte es sich um den größten Protestzug in Warschau seit der politischen Wende 1989. Die Veranstalter sprachen von rund 100.000 Teilnehmern, die Polizei machte zunächst keine Angaben.

Bei einem Gottesdienst auf einem Platz in der Innenstadt zu Beginn des Protestzugs warf der Chef der Sender «Trwam» und «Radio Maryja», Pater Tadeusz Rydzyk, der Rundfunkbehörde vor, katholische Medien zu benachteiligen. Obwohl 96 Prozent der Polen katholisch seien, habe der Kirchen-Sender keine Digitalfrequenz bekommen. Alle Frequenzen seien an «linksliberale» Kanäle vergeben worden. In einem Interview der Tageszeitung «Nasz Dziennik» (Samstag) kritisierte er, die Regierung beschneide die Meinungs- und Pressefreiheit. «Es geht in eine sehr gefährliche Richtung, der Dialog und die Demokratie werden zerstört», so Rydzyk. Mit Blick auf die hohe Jugendarbeitslosigkeit meinte er, man könne die «Ausrottung der Nation» beobachten.

Der Warschauer Kardinal Kazimierz Nycz hatte zu der Messe nur einen Pfarrer entsandt. Die Organisatoren hatten sich erfolglos einen Bischof gewünscht.

Der Rundfunkrat hatte die Ablehnung der beantragten Frequenz mit fehlenden finanziellen Sicherheiten des Senders begründet. Dieser habe keine Einzelheiten zu einem Darlehen der polnischen Provinz des Redemptoristenordens nennen wollen. Ein Gericht hatte die Entscheidung bestätigt. «Trwam» klagt nun vor einem Berufungsgericht.

Nach neuesten Angaben der Senderfamilie unterschrieben inzwischen fast 2,5 Millionen Menschen einen Aufruf an den Rundfunkrat gegen die «Diskriminierung katholischer Medien». Auch die Vollversammlung der Polnischen Bischofskonferenz sprach sich für eine Digitalfrequenz für «Trwam» aus. Der Sender ist bislang nur über Satellit, Kabel und Internet zu empfangen. Auch künftig darf er sein Programm so ausstrahlen.

Im Sommer 2013 wird in Polen das terrestrische Fernsehen auf digitale Verbreitung umgestellt. Wegen der begrenzten Zahl der Frequenzen scheiterten mehrere Lizenzanträge. Die Rundfunkbehörde will demnächst einen Platz an einen religiösen Sender vergeben.

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