
Moskau (kath.net/KNA) Der russisch-orthodoxe Patriarch Kyrill I. warnt vor der Übernahme «politischer und kultureller Trends des Westens». Eine Kopie sei immer schlechter als das Original, sagte er am Freitag in Moskau bei der Ehrung als Ehrendoktor der Moskauer Lomonossow-Universität. Stattdessen solle sich Russland seiner europäischen Wurzeln und der eigenen traditionellen Werte besinnen.
«Eine gedankenlose, mitunter aggressive Verwestlichung kennen wir aus der Geschichte unseres Landes mehr als einmal», so das Kirchenoberhaupt. Wer anderes nachahme, unterstelle sich anderen und schlüpfe in eine minderwertige Rolle. In Russland sollten weiterhin die europäische Kultur, das geistige Erbe der orthodoxen Spiritualität und die slawische Gesinnung verbunden werden.
Kyrill I. betonte zugleich, seine Kirche maße sich keine Staatsfunktionen an. Russland sei «eines der am stärksten säkularisierten Länder Europas». In anderen Staaten seien hingegen Militärseelsorge sowie theologische Fakultäten an staatlichen Universitäten selbstverständlich. Den russischen Kritikern der Kirche warf der Patriarch vor, die Kirche aus der Öffentlichkeit verdrängen und sie dazu bringen zu wollen, ihre seelsorgerische Verantwortung abzulegen.
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