
Oslo (kath.net) „Interessant ist, dass man meinen sollte, in einer gleichberechtigten Gesellschaft gebe es keine Unterschiede mehr.“ Das sagte der norwegische Soziologe Komiker Harald Eia im Interview mit der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ mit Bezug auf die Erfahrungen mit dem Gender-Mainstreaming. „Aber das Paradoxe ist, dass in einer sehr freien Gesellschaft neue Unterschiede auftauchen. Und zwar angeborene Unterschiede. Wir müssen die biologischen und genetischen Fakten beachten, denn sie sind heute von größerer Bedeutung als früher.“ Eia hatte in einer Programmreihe des norwegischen Fernsehens das Gender-Mainstreaming in Frage gestellt, in dessen Folge die staatliche Finanzierung eines großen Gender-Mainstreaming-Forschungsinstitutes eingestellt wurde.
Eia kritisierte, dass „an den Universitäten fast auschließlich“ die „blank slate“-Theorie verbreitet werde, wonach ein Mensch praktisch als unbeschriebenes Blatt auf die Welt käme. Dem wollte er die „biologischen und psychologischen Aspekte“ gegenüberstellen und dadurch die verschiedenen wissenschaftlichen „Traditionen zwingen, miteinander in einen Dialog zu eintreten“. Doch „das wurde etwas hässlicher, als ich gedacht hatte. Ich wollte, dass es ein Kampf der Ideen wird“.
Zum Interview in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.
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