28 September 2012, 08:00
Venezuela am Scheideweg
 
Hildegard13
 
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Gebetsnovene für den Frieden in Venezuela vom 28. September bis zum 6. Oktober

Wien (kath.net/KIN)
Am Sonntag, den 7. Oktober findet die Präsidentschaftswahl in Venezuela statt. Zur Wahl stehen zwei große Koalitionen: Der „Große Patriotische Pol“ (GPP) unterstützt die Wiederwahl von Hugo Chávez, der „Tisch der demokratischen Einheit“ (MUD) wird von Henrique Capriles Radonski vertreten, der am 12. Februar 2012 bei der internen Vorwahl als Kandidat bestimmt wurde. Wer die einfache Mehrheit der gültigen Stimmen erhält, wird der Präsident der Republik bis 2019.

Es handelt sich um einen Kopf-an-Kopf-Rennen, das jede Vorhersage unmöglich macht, wobei es einen regelrechten „Umfrage-Krieg“ gibt: Einige Meinungsforschungen gehen von einer 50%-Mehrheit für Chávez, während Capriles 32% erhalten würde. Laut anderen Erhebungen würde Capriles knapp gewinnen: 48% gegen 46% für Chávez. Solche Zahlen werden von jeweiligen Diskussionen, Vorwürfen und Streitigkeiten begleitet. „Die Stimmung ist sehr gespannt. Zwar gibt es bislang nichts zu bemängeln, aber viele Vorhersagen weisen darauf hin, dass in den nächsten Wochen insbesondere ab dem 7. Oktober eine politische Krise entstehen könnte, wenn die Regierung das Wahlergebnis manipuliert oder nicht anerkennt“, erklärt Ángel Lombardi, Rektor der Katholischen Universität „Cecilio Acosta” Maracaibo.

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Die Kirche hat in den letzten Jahren und besonders in den letzten Monaten einen positiven Weg vorgezeichnet, der auf die Schaffung einer Atmosphäre friedlicher politischer Betätigung sowie auf die Notwendigkeit eines Prozesses der nationalen Begegnung und Aussöhnung hinweist. In den letzten 14 Jahren war die venezolanische Gesellschaft in zwei vermeintlich unversöhnliche Lager geteilt. „Die Kirche hat sich durch die Bischofkonferenz diesem Trend entgegengesetzt. Unter verschiedenen Gesichtspunkten hat sie darauf beharrt, dass wir eine einzige Nation bilden, dass wir die Vergangenheit und die Gegenwart teilen und auch die Zukunft teilen müssen“, erläutert Dr. Lombardi.

Gegenüber „Kirche in Not“ unterstrich Kardinal Jorge Urosa in einem Interview: „Die Probleme, mit denen sich Venezuela konfrontiert sieht, sind nicht neu. Sie haben starke und tiefgreifende strukturelle Ursachen, die es zu lösen gilt. Gerade deshalb haben unsere Schriften immer eine Linie verfolgt: Auf die Probleme, die Ursachen und Lösungen hinzuweisen und die führenden Kräfte aus der Politik, der Wirtschaft, der Kultur und den Medien dazu einzuladen, gemeinsam an der Lösung dieser Probleme zu arbeiten.“ Gegenüber denjenigen, die der Kirche vorwerfen, damit würde sie sich gegen das gegenwärtige Regime von Präsident Hugo Chávez stellen, erklärt Kardinal Urosa: „Wir venezolanische Bischöfe drücken nicht erst jetzt unsere Sorgen, unseren Kummer, unsere Meinungen und Lehrmeinungen über die soziopolitische Situation des Landes aus. Dies tun wir seit sehr langer Zeit, um unserer pastoralen Aufgabe gerecht zu werden. Als Hirten haben wir uns für das Wohl, für den Frieden, für das Zusammenleben des Volkes Gottes einzusetzen.“

Die Hauptfrage lautet freilich nicht nur, was am 7. Oktober in Venezuela geschieht, sondern was nach dem 7. Oktober geschehen wird. In einer Mitteilung des Bistums Caracas vom 19. September wird der Nationale Wahlrat aufgerufen, „die nötigen Maßnahmen zu ergreifen, damit bei den Wahlen Unparteilichkeit und Transparenz gewährleistet werden. Wir ermahnen insbesondere die Nationalen Streitkräfte, damit sie gemäß ihrer verfassungsmäßigen Pflicht, unparteilich den „Plan Republik“ ausführen, die Achtung des Wahlergebnisses garantieren und jede Übertretung der öffentlichen Ordnung verhindern.“ Die Venezolanische Bischofskonferenz lädt in ihrer Mitteilung ein, für den Frieden im Land zu beten und sich einer Rosenkranznovene vom 28. September bis zum 6. Oktober anzuschließen als Vorbereitung auf das Fest Unserer lieben Frau vom Rosenkranz am 7. Oktober, dem Tag der Präsidentschaftswahl.

Kirche in Not unterstützt die pastorale Arbeit der venezolanischen Kirche seit 50 Jahren. Dieses Jahr wurden dort mehr als 55 Projekte durchgeführt. Darunter befinden sich beispielsweise Familienpastoral-Programme, Hilfen für Seminaristen und Novizen, Stipendien für Studenten sowie Messstipendien für Priester.
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KIRCHE IN NOT ist ein internationales katholisches Hilfswerk. Das Werk leistet weltweit geistliche und materielle Hilfe für Christen, die wegen ihres Glaubens bedroht oder verfolgt werden.

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