22 September 2012, 19:06
Die Notwendigkeit der Ethik in der Politik
 
Hildegard13
 
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Benedikt XVI. an die christdemokratische Internationale: Politik muss für das Gemeinwohl arbeiten, nicht für die Logik des Marktes. Von Armin Schwibach

Rom (kath.net/as) Am heutigen Vormittag empfing Papst Benedikt XVI. in Castel Gandolfo die Teilnehmer am Treffen der christdemokratischen Internationale. In seiner Ansprache betonte Benedikt XVI., dass sich Politiker, besonders wenn sie vom Glauben beseelt sind, für die Verteidigung des Lebens und der Familie einsetzten müssen. Der Einsatz in der Politik macht die Suche nach einem soliden ethischen Fundament notwendig.

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In diesem Sinne erklinge die Mahnung des Buchs der Weisheit als nützlich: „Schnell und furchtbar wird er kommen und euch bestrafen; / denn über die Großen ergeht ein strenges Gericht“ (6,5). Diese Mahnung ergehe nicht, um zu erschrecken, sondern um die Regierenden anzuspornen und zu ermutigen, alle Möglichkeiten des Guten, dessen sie fähig sind, entsprechend dem Maß und der Sendung zu verwirklichen, die der Herr ihnen anvertraue.

Das Fehlen der Ethik besonders im Bereich der Wirtschaft „hat dazu beigetragen, die aktuelle globale Finanzkrise zu schaffen“. Daraus ergibt sich für den Papst die Dringlichkeit einer Politik, die auf die tiefen Grundbedürfnisse der Person blickt und dabei nicht auf die zahlreichen und lauten, aber schnellen, oberflächlichen und kurzatmigen Antworten hört.

Der Beitrag der Politik und der Institutionen werde sich demnach nicht darauf beschränken können, auf die Bedürfnisse einer Logik des Marktes zu antworten. Er werde vielmehr fortfahren müssen, die Suche nach dem Gemeinwohl als zentral und unverzichtbar anzunehmen. Ebenso „ist die Förderung und der Schutz der unveräußerlichen Würde des Menschen notwendig“.

Der christliche Politiker müsse sich besonders für einige Werte einsetzen. Zu diesen gehören für Benedikt XVI. die Achtung des Lebens in all seinen Phasen, von der Empfängnis bis zu seinem natürlichen Ende, wobei Abtreibung, Euthanasie und eugenische Praktiken abzulehnen seien. Zu diesem Einsatz gehöre die Achtung der Ehe als unauflösliche Einheit zwischen einem Mann und einer Frau und als Fundament der Familie.

Die Familie sei die Wurzel, die nicht allein den Einzelnen, sondern auch die Grundlage des gesellschaftlichen Zusammenlebens nähre. Sie repräsentiert für den Papst „den ersten und entscheidensten Ort der Erziehung der Person“. Ein echter Fortschritt der menschlichen Gesellschaft komme also nicht ohne eine Politik des Schutzes der Ehe und der Gemeinschaft aus, die sich aus ihr ergebe: „Diese Politik muss nicht nur von den Staaten vertreten werden, sondern von der internationalen Gemeinschaft, um etwas gegen die Tendenz der Vereinsamung des Individuums zu tun, die soviel Schmerz und Verbitterung über den Einzelnen wie über die Gesellschaft bringt“.

Das Engagement der Christen in der Gesellschaft, so Benedikt XVI., dürfe nicht aufhören, Sauerteig für eine Verbesserung der menschlichen Beziehungen und der Lebensbedingungen zu sein: „Dieses Engagement darf sich nicht beugen oder zurückziehen, sondern muss im Gegenteil mit erneuerter Vitalität verbreitet werden, angesichts des Anhaltens und – in einigen Fällen – der Verschlechterung der Problematiken, vor denen wir stehen“.






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