
Pentling – Regensburg (kath.net/pl) Das frühere Wohnhaus des jetzigen Papstes Benedikt XVI. in Pentling bei Regensburg (Foto) wird am Samstag als Begegnungsstätte eingeweiht. Die Einweihung wird durch Erzbischof Gerhard Ludwig Müller, Präfekt der Glaubenskongregation und zuvor langjähriger Bischof von Regensburg, vorgenommen. Auch der apostolische Nuntius in Deutschland, Erzbischof Jean-Claude Périsset, hat sein Kommen zugesagt, sogar Papstsekretär Georg Gänswein ist angekündigt.
Joseph Ratzinger wohnte 1970-1977 während seiner Zeit als Regensburger Theologieprofessor in dem damals neugebauten Haus. Die Universität, an der er lehrte, war nur wenige Kilometer entfernt. Seine Schwester Maria Ratzinger führte ihm den Haushalt. Die verstorbenen Eltern hatte Joseph Ratzinger auf einen nahegelegenen Friedhof überführen lassen, denn er wollte in Pentling dauerhaft Wurzeln schlagen. Die sieben Jahre in Pentling waren eine gute Zeit für ihn, er war auf dem Höhepunkt seiner wissenschaftlichen Tätigkeit.
Zum Amtsantritt als Erzbischof von München im Jahr 1977 zog er mit seiner Schwester aus, behielt das Haus aber immer in eigenem Besitz, auch als er dann im November 1981 von Papst Johannes Paul II. an die Spitze der Glaubenskongregation nach Rom gerufen wurde. In diesen Jahren verwalteten und pflegten seine Pentlinger Nachbarn Therese und Rupert Hofbauer das leerstehende Haus. Ursprünglich hatte Josph Ratzinger geplant, in diesem Haus seinen Ruhestand zu verbringen, er wollte diese Zeit nutzen, um noch einige Bücher zu schreiben.
Doch mit seiner Wahl zum Oberhaupt der katholischen Kirche im April 2005 wurden diese Pläne durchkreuzt, eine dauerhafte Rückkehr in das Pentlinger Wohnhaus ist nicht mehr möglich. Papst Benedikt besuchte während seines Deutschlandaufenthaltes im September 2006 sein „Häuserl“, er konnte ein letztes Mal einige Stunden in seinem Haus verbringen und nahm innerlich davon Abschied. Danach sagte er: „Hier bin ich zu Hause. Ich bleibe da auch verwurzelt.“ Die Pentlinger wissen: „Na, der kommt nimmer“, wie es der Hausmeister Rupert Hofbauer im Interview mit TV Regensburg feststellte. Im Jahr 2010 hatte dann Papstbruder Georg Ratzinger die Schlüssel des Hauses der Benedikt-Stiftung übergeben, welche in Zukunft die Begegnungsstätte pflegen wird.
Das Papsthaus soll nun zu einer Begegnungsstätte werden. Dazu wurde es in seinen Originalzustand zurückgesetzt, beispielsweise wurde der Papstschreibtisch, dessen Original im Vatikan weiter durch Papst Benedikt benutzt wird, nachgebaut und aufgestellt. Künftig wird man auch die mechanische Schreibmaschine sehen können, auf der die Ratzingerschwester Maria viele der Publikationen und Vorlesungsmanuskripte ihres Bruders abgetippt hatte. Die Zimmertüren tragen noch die von Ratzinger eigenhändig geschriebene Segensschrift „C M B“, diese Kreideaufschriften wurden inzwischen konserviert.
Weiterführende Links:
Interview mit dem jetzigen Präfekten der Glaubenskongregation, Erzbischof Gerhard Ludwig Müller: In Regensburg ist der Papst wirklich zuhause
Interview mit Michael Hesemann über die Papstschwester Maria Ratzinger: Die stille Mitte der Ratzinger-Geschwister
kath.net-Foto: Das Papsthaus in Pentling bei Regensburg, Eingangsbereich:
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Foto: kath.net war auch schon in Pentling:
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kathTube-Video: Die Papsthaushälter Therese und Rupert Hofbauer
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Foto Papsthaus Pentling: © kath.net / Petra Lorleberg
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