
Moskau (kath.net/KNA) Die Verletzung religiöser Gefühle soll in Russland künftig härter bestraft werden. Das russische Parlament bereite einen entsprechenden Gesetzentwurf vor, berichteten russische Medien am Montag unter Berufung auf den rechtspopulistischen Abgeordneten Jaroslaw Nilow. Der Politiker der Liberaldemokraten sagte demnach, bei einer Anhörung seien alle Vertreter der Religionen und der vom Kreml berufenen Gesellschaftskammer sowie Juristen der Meinung gewesen, dass das bislang drohende Bußgeld von maximal umgerechnet 25 Euro zu milde sei.
Unter Verweis auf «fortwährende Fälle von Vandalismus und der Beleidigung von Gläubigen» sprach sich Nilow dafür aus, diese künftig als Straftaten mit Haftstrafen zu ahnden. Die Gefühle von Gläubigen aller Religionen müssten geschützt werden. Zuvor hatten bereits Politiker der Regierungspartei Geeintes Russland sowie die russisch-orthodoxe Kirche härtere Strafen gefordert.
In den vergangenen Wochen waren in Russland mehrfach Kreuze zerstört worden. Am Sonntag bespritzte in der Moskauer Christ-Erlöser-Kathedrale ein in Deutschland lebender Mann eine Ikone mit Tinte, wie die Polizei mitteilte. Der gebürtige Russe wurde festgenommen; er solle psychiatrisch untersucht werden.
Die Verletzung von religiösen Gefühlen ist in Russland bislang keine Straftat, sondern lediglich eine Ordnungswidrigkeit. Auf Rowdytum unter anderem aus «religiösem Hass» steht hingegen bereits heute bis zu sieben Jahren Haft. Die Musikerinnen der Punkband «Pussy Riot» wurden wegen eines Skandalauftritts in der Christ-Erlöser-Kathedrale zu zwei Jahren Lagerhaft verurteilt.
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