15 September 2012, 08:00
Papst wohnt im Marienwallfahrtsort Harissa
 
Hildegard13
 
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Libanesische Christen sehen in Maria die geheimnisvolle Geliebte aus dem Libanon, die vom Hohelied des Alten Testaments besungen wird

Beirut (kath.net/KAP) Während seines Libanon-Aufenthalts wohnt der Papst in der Nuntiatur in Harissa. In der dortigen melkitischen Paulsbasilika stellte er am Freitagnachmittag das Nachsynodale Schreiben vor und hielt eine Ansprache zur Bedeutung der Kreuzes-Symbolik gerade im Blick auf die Kirche im Nahen Osten.

Das 20 Kilometer nördlich von Beirut gelegene Städtchen Harissa ist der wichtigste Marienwallfahrtsort des ganzen Nahen Ostens. Nicht nur Christen, sondern auch viele Muslime kommen, um betend die etwa 100 Stufen zur achteinhalb Meter hohen weißen Marienstatue emporzusteigen. Drei Messen werden hier in der großen Paulsbasilika jeden Tag gefeiert, an Festtagen sind es zehn; es gibt einen kleinen Laden, eine Seilbahn und Restaurants.

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Pater Younan Obeid, der Vizerektor des Wallfahrtsorts, berichtete im Gespräch mit "Radio Vatikan": "Wir hatten vor 15 Jahren hier den Besuch von Johannes Paul II.; seitdem hat sich die Zahl der Pilger und Besucher deutlich erhöht. Jetzt warten die Menschen auf den neuen Papst, diesen großen Theologen - alle wollen dabei sein, wenn er kommt. Sie möchten, dass er ihnen neue Hoffnung gibt, vor allem in diesem Moment, wo die Region in Unruhe geraten ist, etwa bei unseren syrischen Nachbarn. Die Christen hoffen, dass der Papst ihnen Mut macht."

Die Verehrung "Unserer Lieben Frau vom Libanon" war im ganzen Land bereits verbreitet, schon bevor die Paulsbasilika 1908 - noch unter der osmanischen Herrschaft - errichtet wurde. Libanesische Christen sehen in Maria die geheimnisvolle Geliebte aus dem Libanon, die vom Hohelied des Alten Testaments besungen wird. "Du Zeder vom Libanon, bitte für uns", diese Anrufung haben die Maroniten eigens in ihre Fassung der Lauretanischen Litanei eingefügt. In der Marienverehrung treffen sich Libanons Christen mit den Muslimen, die die Gestalt Mariens aus dem Koran kennen.

"Schon seit 1908 trifft man hier Menschen aller möglichen Herkunft und Glaubensrichtung", betont Pater Obeid: "Was die Muslime betrifft, kommen 90 Prozent von ihnen vor allem aus touristischen Gründen und nicht etwa, um hier zu beten. Bis vor kurzer Zeit gab es allerdings auch muslimische Gruppen, die organisiert und aus religiöser Motivation hierhin kamen - vor allem aus dem Iran. Wir haben für sie das Evangelium auf Persisch gedruckt und eine Broschüre über die Verkündigung an Maria, die sowohl im Koran vorkommt als auch im Lukasevangelium. Aber seit den Ereignissen in Syrien sind die Iraner nicht mehr gekommen, und dieser Austausch ist zum Erliegen gekommen."

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