
Beirut (kath.net/KNA) Die Reise von Papst Benedikt XVI. in den Libanon findet schon vor der Ankunft eine breite Resonanz in den Medien des Landes. Die Freitagszeitungen berichten mit einem positiven Tenor über den bevorstehenden Besuch. Der Libanon sei gut vorbereitet; das katholische Kirchenoberhaupt sei bei den verschiedenen Bevölkerungsgruppen willkommen.
Der Libanon wolle sich dem Papst als geeintes und stabiles Land präsentieren, schreibt die französischsprachige Tageszeitung «L'orient le jour». Politik und Religionsgemeinschaften im «einzigen Land des Nahen Osten, in dem Christen die gleichen politischen Rechte haben wie Muslime», hätten im Vorfeld zu einem neuen Zusammenhalt gefunden. Die Hoffnung sei, dass die Libanesen daran dauerhaft Geschmack fänden, heißt es in einem Kommentar.
«Eine einende Kraft» für den Libanon sieht ein Leitartikel des englischsprachigen «Daily Star» im Papstbesuch. Angesichts wachsender Intoleranz sei zu hoffen, dass der Papst den Blick auf religiösen Pluralismus und gegenseitige religiöse Toleranz richte. In einer schwierigen Zeit spreche er zu allen Libanesen und Menschen in der Region.
Die größte arabischsprachige libanesische Tageszeitung «An-Nahar» schreibt, der Papst komme mit einer Einladung zu Frieden, Brüderlichkeit und Versöhnung. Zugleich wolle er vom «Balkon des Libanon» aus auf die anderen Länder des Nahen Ostens blicken und dessen Anliegen und Herausforderungen verstehen.
Der christliche Anwalt und Politiker Antoine Nasrallah schreibt in einem Beitrag für «An-Nahar», Christen müssten sich an die Umsetzung der Nahost-Synode machen, wenn dies nicht der letzte Besuch eines Papstes im Libanon sein solle. Die Veröffentlichung des Schlussdokuments dieser Bischofssynode, die 2010 im Vatikan tagte, ist der eigentliche Anlass der Papstreise.
Über die palästinensische Nachrichtenagentur Maan forderte Fatah-Führer Nabil Schaath im Westjordanland den Papst auf, sich für die Rechte der 450.000 palästinensischen Flüchtlinge im Libanon einzusetzen. Benedikt XVI. müsse deren Recht auf ein Leben in Würde, auf Arbeit und auf Rückkehr unterstützen, heißt es in einer Meldung von Donnerstagabend.
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