13 September 2012, 18:00
Liberale katholisch-evangelische Ökumene wird 'im Aus' enden
 
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Kardinal Kasper über Ökumene: Noch so feinfühlige Formulierungen in Ökumeneerklärungen änderten nichts daran, dass etwa evangelische Christen ein grundlegend anderes Kirchenverständnis hätten als Katholiken

Hamburg (kath.net/KNA) Der ökumenische Dialog befindet sich nach den Worten von Kurienkardinal Walter Kasper in einer schwierigen Phase. «Gegenwärtig deutet leider manches auf eine Verschlechterung des ökumenischen Klimas hin», schreibt der frühere Präsident des Päpstlichen Rates zur Förderung der Einheit der Christen im Vorwort zu seinem demnächst erscheinenden Buch «Wege zur Einheit der Christen». Auszüge aus dem Text veröffentlichte die Wochenzeitung «Die Zeit» (Donnerstag). Kasper betont darin die Vielzahl theologischer Differenzen zwischen den Konfessionen. «In Wirklichkeit wird mehr und mehr deutlich, dass Unterschiede nicht nur in wichtigen Einzelfragen bleiben.» Das gelte sowohl mit Blick auf die orthodoxen wie die reformatorischen Kirchen.

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Noch so feinfühlige Formulierungen in Ökumeneerklärungen änderten nichts daran, dass etwa evangelische Christen ein grundlegend anderes Kirchenverständnis hätten als Katholiken, schreibt Kasper. Vor der ökumenischen Bewegung liege noch eine schwierige Wegstrecke, «die wohl länger sein wird, als viele hofften». Gegenwärtig bilde sich angesichts der Schwierigkeiten der amtlichen Ökumene eine «liberale katholisch-evangelische Ökumene» heraus, «welche die Unterschiede überspringt und eigenmächtig ihren Weg geht». Diese Strömung drohe jedoch früher oder später «im Aus» zu enden. Bei der Kircheneinheit lasse sich nichts erzwingen.

Die Spaltung der Christen bleibe nichtsdestoweniger ein Skandal, so Kasper. Jesus hat nur eine einzige Kirche gewollt.» Aus seiner Sicht hat die Trennung der Konfessionen die tiefgreifende Säkularisierung aller Lebensbereiche besonders in Europa mitverursacht. Zumindest habe sich seit Jahrzehnten aber die Erkenntnis durchgesetzt, dass die christlichen Konfessionen mehr verbinde als trenne. Heute gehe es vor allem darum, die gemeinsamen Fundamente des christlichen Glaubens zu sichern - den Glauben an Gott und Jesus, das Wirken des Heiligen Geistes und die Hoffnung auf das ewige Leben.

(C) 2012 KNA Katholische Nachrichten-Agentur GmbH. Alle Rechte vorbehalten.

Foto: (c) Christoph Hurnaus

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