09 September 2012, 10:40
Vatikan: Verwirrung um melkitisches Grußwort an den Papst
 
Hildegard13
 
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Ansprache des melkitischen Patriarchen Gregorios III. wurde versehentlich vorab im Internet veröffentlicht - Vatikan soll Palästinenserstaat anerkennen.

Vatikanstadt (www.kath.net/ KAP)
Verwirrung hat im Vatikan die Vorab-Veröffentlichung eines Grußwortes des melkitischen Patriarchen Gregorios III. an den Papst zu seinem bevorstehenden Libanon-Besuch ausgelöst. Der offenbar aufgrund eines Missverständnisses am Donnerstag auf der offiziellen libanesischen Internetseite zur Papstreise eingestellte Text wurde nach wenigen Stunden wieder entfernt. In der dreiseitigen Ansprache, die der Patriarch kommenden Freitag vor der Unterzeichung des Synodendokuments in der melkitischen St.-Pauls-Basilika von Harissa an den Papst richten wollte, regte er unter anderem die Anerkennung eines Palästinenserstaates durch den Vatikan an.

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Die Anerkennung eines Palästinenserstaates durch den Heiligen Stuhl wäre ein "mutiger Schritt der Gerechtigkeit und Wahrheit", so das veröffentlichte Manuskript. Der Vatikan würde damit zu einem "Pionier der Weltgerechtigkeit" und würde damit andere europäische Staaten zu ähnlichen Maßnahmen ermutigen.

Es handele sich um die "persönliche Meinung des Patriarchen", hieß es dazu in Kurienkreisen. Die vatikanische Diplomatie befürwortet im Nahostkonflikt generell eine Zwei-Staaten-Lösung, sie will sich dabei jedoch der internationalen Gemeinschaft anschließen und nicht vorpreschen.

Der vatikanische Außenminister, Erzbischof Dominique Mamberti, hatte vor dem UN-Vollversammlung im September 2011 erklärt, zur Lösung des israelisch-palästinensischen Konflikts seien "mutige Entscheidungen" erforderlich. Ein dauerhafter Frieden könne nicht allein durch eine Entscheidung der UN über die Anerkennung eines unabhängigen Palästinenserstaates geschaffen werden, sondern nur durch Verhandlungen zwischen Israelis und Palästinenser guten Willens, stellte der Vatikandiplomat klar.

Die Vereinten Nationen müssten in der Frage der Anerkennung eines unabhängigen Palästinenserstaates eine Entscheidung treffen, die das Recht der Palästinenser auf einen eigenen Staat und das Recht der Israelis auf Sicherheit gleichermaßen gewährleiste, hob Mamberti damals hervor. Beide Staaten müssten international anerkannte Grenzen besitzen. Grundlage für eine Lösung müsse die UN-Resolution 181 vom 29. November 1947 sein. Der Kirchendiplomat hatte in seiner Rede vor der Vollversammlung an die internationale Gemeinschaft appelliert, ihre Bemühungen um eine dauerhafte Lösung im israelisch-palästinensischen Konflikt zu verstärken und in dieser Angelegenheit "Kreativität" zu entwickeln.

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Foto: © www.kath.net






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