
Jerusalem (www.kath.net/ KNA)
Prominente jüdische Vertreter und Schüler des Jerusalemer „Elijah Interfaith Instituts“ haben der Trappistengemeinschaft von Latrun ihre Solidarität und ihre Verachtung über die Vandalenakte gegen das Kloster zum Ausdruck gebracht. Ein am Freitag auf der Internetplattform Facebook vorab veröffentlichter Brief soll am Sonntag dem Abt des Klosters überreicht werden. Mutmaßlich radikale Siedler hatten in der Nacht zum Dienstag eine Klostertür in Brand gesteckt und Wände mit antichristlichen Grafitti beschmiert.
Die Unterzeichner des Briefes äußern ihr Bedauern über das respektlose Verhalten, das den Mönchen zuteilgeworden sei. Die Thora verlange „vollen Respekt vor dem unendlichen Wert, der Gleichheit und Einzigartigkeit eines jeden einzelnen menschlichen Lebens, weil wir alle im Bild Gottes geschaffen sind“, heißt es wörtlich. Für Hass oder Intoleranz gegenüber Andersgläubigen sei damit kein Platz.
Mit Recht stelle die Kirche Fragen zum Wertesystem, das jüdischen Kindern vermittelt werde. Das Elijah Interfaith Institute teile diese Anliegen und setze sich für eine entsprechende Sicht der jüdischen Tradition ein, betont Direktor Rabbiner Alon
Goshen-Gottstein, der den Brief initiierte. Die Liebe zur eigenen Gemeinschaft dürfe nicht mit Hass gegenüber den anderen gleichgesetzt werden.
Mitunterzeichnet wurde der Brief von Rabbinern und jüdischen Akademikern aus Israel und weiteren Ländern. Darunter ist der frühere sephardische Oberrabbiner Israels, Elijahu Bakschi-Doron und der frühere aschkenasische Oberrabbiner von Haifa und Ex-Präsident des Rabbinergerichts, Schar Jischuw Cohen. Weitere Unterzeichner sind der Mitbegründer der jüdischen Tzohar-Stiftung, Rabbiner Juval Cherlow, der in New York lehrende Judaist Elliot Wolfson, der in Washington lehrende Religionsphilosoph Gershon Greenberg und Paul Fenton, Professor für hebräische Literatur an der Pariser Sorbonne.
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