09 September 2012, 07:30
Jüdische Solidarität nach antichristlichen Schmierereien
 
Hildegard13
 
WEITERE ARTIKEL ZUM THEMA 'Judentum'
Für Hass oder Intoleranz gegenüber Andersgläubigen sei damit kein Platz, schrieb das „Elijah Interfaith Institut“.

Jerusalem (www.kath.net/ KNA)
Prominente jüdische Vertreter und Schüler des Jerusalemer „Elijah Interfaith Instituts“ haben der Trappistengemeinschaft von Latrun ihre Solidarität und ihre Verachtung über die Vandalenakte gegen das Kloster zum Ausdruck gebracht. Ein am Freitag auf der Internetplattform Facebook vorab veröffentlichter Brief soll am Sonntag dem Abt des Klosters überreicht werden. Mutmaßlich radikale Siedler hatten in der Nacht zum Dienstag eine Klostertür in Brand gesteckt und Wände mit antichristlichen Grafitti beschmiert.

Werbung
romwallf


Die Unterzeichner des Briefes äußern ihr Bedauern über das respektlose Verhalten, das den Mönchen zuteilgeworden sei. Die Thora verlange „vollen Respekt vor dem unendlichen Wert, der Gleichheit und Einzigartigkeit eines jeden einzelnen menschlichen Lebens, weil wir alle im Bild Gottes geschaffen sind“, heißt es wörtlich. Für Hass oder Intoleranz gegenüber Andersgläubigen sei damit kein Platz.

Mit Recht stelle die Kirche Fragen zum Wertesystem, das jüdischen Kindern vermittelt werde. Das Elijah Interfaith Institute teile diese Anliegen und setze sich für eine entsprechende Sicht der jüdischen Tradition ein, betont Direktor Rabbiner Alon
Goshen-Gottstein, der den Brief initiierte. Die Liebe zur eigenen Gemeinschaft dürfe nicht mit Hass gegenüber den anderen gleichgesetzt werden.

Mitunterzeichnet wurde der Brief von Rabbinern und jüdischen Akademikern aus Israel und weiteren Ländern. Darunter ist der frühere sephardische Oberrabbiner Israels, Elijahu Bakschi-Doron und der frühere aschkenasische Oberrabbiner von Haifa und Ex-Präsident des Rabbinergerichts, Schar Jischuw Cohen. Weitere Unterzeichner sind der Mitbegründer der jüdischen Tzohar-Stiftung, Rabbiner Juval Cherlow, der in New York lehrende Judaist Elliot Wolfson, der in Washington lehrende Religionsphilosoph Gershon Greenberg und Paul Fenton, Professor für hebräische Literatur an der Pariser Sorbonne.

(C) 2012 KNA Katholische Nachrichten-Agentur GmbH. Alle Rechte vorbehalten. Jegliche mediale Nutzung und Weiterleitung nur im Rahmen schriftlicher Vereinbarungen mit KNA erlaubt.






Lesermeinungen zu diesem Artikel anzeigen und Kommentar schreiben

Sie können nur die Lesermeinungen der letzten sieben Tage einsehen.

 

meist kommentierte Artikel

Ein Eklat im Theater und der Wiener Dompfarrer (51)

Schönborn: Papstwahl war 'eine enorme Erfahrung des Heiligen Geistes' (41)

Freiburg: Romkritische Priestergruppe will Reformen vorantreiben (39)

Papst-Lehrer: 'Seit Bergoglio Papst ist, strahlt er mehr' (28)

'Die Warnung' ist eine extrem gefährliche Falschprophetie (26)

Piraten-Partei will den Begriff 'Ehe' abschaffen (25)

Weltpremiere Down Syndrom plus Doktortitel: Dr. Karen Gaffney (20)

Cohn-Bendit wird von Missbrauchsbeauftragten scharf kritisiert (19)

Missbrauchsvorwürfe gegenüber Gründer der Johannesgemeinschaft (19)

Klerikalismus: Die Versuchung des Geldes und der Eitelkeit (18)