08 September 2012, 15:47
Kardinal Koch: Aufruf 'Ökumene jetzt' verkürzt Problemstellung
 
Hildegard13
 
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Vatikanischer Ökumene-Minister gegenüber "Kathpress": Man dürfe die Ökumene nicht nur auf politische Fragen beschränken. - "Noch viel theologische Arbeit"

Vatikanstadt (kath.net/KAP) Der von deutschen prominenten Christen in der vergangenen Woche gestartete Aufruf "Ökumene jetzt" verkürzt nach den Worten von Kurienkardinal Kurt Koch (Foto) die tatsächlichen ökumenischen Probleme. Wie der Präsident des päpstlichen Rates für die Einheit der Christen gegenüber "Kathpress" betonte, bleibe "noch viel theologische Arbeit" zu tun. Zwar sei der in dem Aufruf zum Ausdruck kommende Ökumene-Wunsch prinzipiell zu begrüßen, man dürfe die Ökumene jedoch nicht nur auf politische Fragen beschränken. Außerdem könne man das Problem der Kirchenspaltung nicht in Deutschland allein, und auch nicht nur im Kontakt zwischen Katholiken und evangelischer Kirche lösen, so Koch.

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Es sei verständlich, "dass Politiker die Ursachen der Kirchenspaltung vor allem politisch sehen. Dabei unterschätzen sie meiner Ansicht nach jedoch die theologischen Faktoren, die zur Kirchenspaltung geführt haben - sowie die theologischen Faktoren, die aus der politischen Konstellation nach der Spaltung provoziert worden sind", sagte Koch.

Als weitere Schwierigkeit bewertet der vatikanische Ökumene-Minister, dass die Initiatoren nur die katholische und evangelische Kirche im Blick hätten. "Aber die Ökumene ist auch in Deutschland heute bedeutend vielfältiger"; man müsse daher diese gesamte Ökumene einbeziehen. Den Blick nur auf die deutsche ökumenische Szene zu richten, sei eine "zu enge, allein national orientierte Sicht". Man müsse berücksichtigen, "dass im Unterschied zur evangelischen Kirche in Deutschland die Katholische Kirche eine Weltkirche ist und man deshalb die Kirchenspaltung nicht allein in Deutschland überwinden kann."

Copyright 2012 Katholische Presseagentur, Wien, Österreich. Alle Rechte vorbehalten.

Foto Kurt Kardinal Koch: (c) kath.net/Petra Lorleberg






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