06 September 2012, 09:30
Immer mehr Politiker fordern Aufnahme syrischer Flüchtlinge
 
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Dabei sprach sich der außenpolitische Sprecher der CDU/CSU-Fraktion im Bundestag, Philipp Mißfelder, dafür aus, vorrangig Christen aufzunehmen.

Berlin (kath.net/KNA) Immer mehr Politiker und Hilfsorganisationen fordern eine Aufnahme syrischer Flüchtlinge in Deutschland. Der außenpolitische Sprecher der CDU/CSU-Fraktion im Bundestag, Philipp Mißfelder, sprach sich am Mittwoch im rbb-Rundfunk dafür aus, vorrangig Christen aufzunehmen. Der Direktor für internationale Kommunikation der Hilfsorganisation Care Deutschland, Thomas Schwarz, sagte mit Blick auf die wachsenden Flüchtlingszahlen, Deutschland müsse aus humanitären Gründen über die Aufnahme von Flüchtlingen nachdenken. Der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses im EU-Parlament, der CDU-Abgeordnete Elmar Brok, warnte vor einer möglichen großen Flüchtlingswelle aus Syrien.

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Außenminister Guido Westerwelle (FDP) hatte am Dienstag eine Aufnahme syrischer Bürgerkriegsflüchtlinge in Deutschland erwogen. Auch Vertreter von SPD und Grünen hatten sich in den vergangenen Tagen dafür ausgesprochen.

Als christlich geprägtes Land solle Deutschland «diejenigen aufnehmen, die besonders in Bedrängnis sind», forderte Mißfelder. «Das sind die religiösen Minderheiten dort. Und deshalb sage ich, dass wir vor allem die Christen in den Blick nehmen sollen - auch wegen der Akzeptanz in Deutschland und wegen der Verbundenheit zu den Christen in Syrien.» Er sehe keinen Grund, warum Deutschland, als «sehr großes Land mit sehr viel Wohlstand» sich weigern sollte, Flüchtlinge aus Syrien aufzunehmen.

Der EU-Parlametarier Brok sieht die Gefahr, dass sich in Syrien Kräfte durchsetzen, durch die religiöse Minderheiten wie die Christen bedroht werden. Dann könnte «eine große Flüchtlingswelle auf Europa zukommen». Derzeit müsse zunächst alles dafür getan werden, um Flüchtlinge in den Grenzregionen zu unterstützen. Dies sei «gut investiertes Geld», da die Menschen nach Ende des Bürgerkrieges schneller zurückkehren könnten.

Gezielte Hilfe sei im Bürgerkriegsland derzeit schwierig, da die weitere Entwicklung in Syrien nicht vorherzusagen sei, sagte Schwarz. Er verwies darauf, dass Nachbarländer wie Jordanien mit rund 170.000 syrischen Flüchtlingen an ihre Kapazitätsgrenzen stießen.

Nach Angaben des Flüchtlingshilfswerks der Vereinten Nationen (UNHCR) halten sich derzeit rund 235.000 Flüchtlinge in den Nachbarländern Syriens auf. Der Flüchtlingsstrom nimmt demnach weiter zu.

(C) 2012 KNA Katholische Nachrichten-Agentur GmbH. Alle Rechte vorbehalten.







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