07 September 2012, 10:00
Kuscheln in der Kirche - Mit 'katholischer Beteiligung'
 
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Bei ökumenischen Abenden in der „Offenen Kirche“ St. Gallen soll in Zukunft "gekuschelt" werden. Ein katholischer Projektleiter ist mit an Bord. "Beworben" wird die wirre Veranstaltung auch vom Bistum St. Gallen

St. Gallen (kath.net) „Kuschelabend“ in der ökumenisch verantworteten „Offenen Kirche“ in St. Gallen (Foto), das ist in Zukunft einmal pro Monat in der der "Offenen Kirche" geplant. Darüber berichtete das „Tagblatt“. Die Teilnehmer müssen mindestens 18 Jahre alt sein, sich vorher anmelden und für das "Kuschelerlebenis" 35 Franken Eintritt bezahlen. Der katholische Projektleiter Thomas Joller erklärt dazu die klaren Regeln der Veranstaltung: „Die Kleider bleiben an“; „kein Sex, auch kein Trockensex, kein Fummeln, kein Küssen“, und „es gibt kein Kuschelmuss“. Und „da das Ganze in einer Kirche stattfindet, hat die Veranstaltung ganz klar einen religiösen Bezug“, ist sich Joller sicher, wie er dem „Tagblatt“ sagte.

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Zum Schluss der Veranstaltung „gibt’s dann den sogenannten Kuschelhaufen, die Leute sind dann auf der Matratze miteinander kuschelig“, beschreibt der katholische Projektleiter Thomas Joller im Interview mit dem Radiosender „Energy". Das sieht dann folgendermaßen aus: „Die Leute sind nebeneinander, aneinander“, zum Teil hielten sie sich an der Hand, zum Teil umarmten sie sich, erläuterte er gegenüber dem Radiosender.

Der Träger von „Kirche in der City St. Gallen“, auch „Offene Kirche“ genannt, ist ein Ökumenischer Verein, welcher nach Selbstbeschreibung „all jenen ein Angebot“ macht, „welche ihre Religiosität breiter fassen, als sie es von den traditionellen Kirchen her kennen“. Im Angebot der „Offenen Kirche“ findet sich beispielsweise auch ein „Mantra Abend“, der folgendermaßen beschrieben wird: „Im Kreis singen wir einen Abend lang Mantras und Kirtans in Sanskrit“.

Die Mitglieder des Trägervereins „sind katholische, evangelische und christkatholische Landeskirchen (SG, AI, AR) und Kirchgemeinden der Region“. Das katholische Dekanat St. Gallen beispielsweise verlinkt auf seiner Homepage zur „Offenen Kirche“. Apropos Links: Die „Offene Kirche“ bietet auf ihrer Homepage auch einen Link zur „Schwullesbischen Jugendgruppe Expect St. Gallen“ an.

Die Kontaktadresse der "Offenen Kirche" im Impressum leitet direkt zu „Pastoralen Arbeitsstelle des kath. Dekanats St. Gallen“, keine andere der beiden mitverantwortlichen Konfessionen ist dort mit ihrer Adresse vertreten.

Für die Kuschelparty verantwortlich ist der katholische Theologe und Schauspieler Thomas Joller, der zu Unrecht gelegentlich als „Pfarrer“ bezeichnet wird. Joller ist beim Trägerverein „Offene Kirche“ seit mehreren Jahren im Bereich „Projektleitung“ angestellt, derzeit mit einer 40-Prozent-Stelle. In den Jahren 2008/2009 hat er mehrfach das „Wort zum Sonntag“ im Schweizer Fernsehen gesprochen, er hat auch schon Religionsunterricht erteilt.

In einem Fragebogen
des Pfarrblattes des Bistums St. Gallen (ganz unten) gab Joller einige aktuelle Einblicke in seine Standpunkte. So sagte er zum Thema Gebet: „Dass man Gott mit Geplapper vor seinen eigenen Karren spannen möchte, ist für mich jedenfalls kein Gebet. Ich meditiere.“ Als Christ sei er zwar „dankbar für den genialen Religionsgründer Jesus“, doch sei ihm die Geschichte des Christentums „zu zwiespältig, als dass ich stolz darauf sein könnte“. Deutlichere Worte findet er über den Dalai Lama: „Ein zutiefst weiser und höchst integrer Mann. Er lebt im Dilemma zwischen Friedfertigkeit und der Forderung nach gewalttätiger Notwehr für sein Volk. Bewundernswert, wie er dieser Herausforderung begegnet.“ Zum Stichwort „Lourdes“ fällt ihm ein: „Ein wunderbarer Begegnungsort mit der weiblichen und mütterlichen Seite des Göttlichen! Leider mit magischem Wunderglauben und religiösem Ramsch übertüncht“ und die Frage, worüber er gern einmal gepredigt hätte, beantwortet er mit „Über den Nutzen der Notlüge und deren Notwendigkeit“.

Das Dekanat St. Gallen gehört zum Bistum St. Gallen, Markus Büchel ist der Ortbischof.

Foto „Offene Kirche“: © „Offene Kirche“ St. Gallen







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