
Jerusalem (kath.net/KNA) Nach vandalistischen Übergriffen auf das Trappistenkloster von Latrun (Foto) 15 Kilometer westlich von Jerusalem haben die katholischen Bischöfe des Heiligen Landes Israels zum Handeln aufgerufen. Die Vorfälle von Latrun seien die Fortsetzung einer langen Angriffsserie auf Christen und ihre Kult-Orte. Diesen Gewaltakten müsse ein Ende bereitet werden, heißt es in einer gemeinsamen Erklärung vom Dienstag.
Die Christen des Heiligen Landes seien erneut Opfer hasserfüllter Kräfte innerhalb der israelischen Gesellschaft geworden. Angesichts der wiederkehrenden Übergriffe stellten sie sich die Frage, warum sie die Sündenböcke und Ziele solcher Gewalt seien, so die Bischöfe. Das Kloster werde jede Woche von Hunderten jüdischen Israelis besucht, die Mönche engagierten sich für eine jüdisch-christliche Versöhnung. Unterzeichnet ist das Schreiben unter anderen vom Jerusalemer Patriarchen Fouad Twal, dem Nuntius für Jordanien, Erzbischof Giorgio Lingua, und dem Franziskaneroberen im Heiligen Land, Pierbattista Pizzaballa.
Der palästinensische Chefunterhändler Saeb Erekat machte laut Berichten der palästinensischen Nachrichtenagentur PNN die israelische Regierung für den Vandalismus verantwortlich. Wenn Parlamentsabgeordnete ohne Konsequenzen zur Zerstörung der Al-Aksa-Moschee aufriefen oder in der Öffentlichkeit eine Bibel zerstören könnten, sei dies eine Anstiftung zu Terrorangriffen gegen christliche und muslimische Heilige Stätten, so Erekat. Die jüngsten Angriffe zeigten eine durch israelische Siedler verbreitete Kultur des Hasses und des Rassismus.
Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu forderte unterdessen strenge Strafen für die Täter. Religions- und Kultfreiheit gehörten zu den Grundfesten des Staates Israel, betonte er.
Die Vorsitzende der israelischen Arbeiterpartei, Shelly Yachimovich, kritisierte laut Medienberichten die Brandstiftung und die antichristlichen Graffiti als schädlich für Israels Image. Gleichzeitig betonte Yachimovich, dass es sich bei den Tätern um eine radikale Minderheit handele, die nicht repräsentativ für die israelische Gesellschaft sei.
Unbekannte hatten in der Nacht zum Dienstag eine Klostertür in Brand gesteckt und Wände mit antichristlichen Graffiti wie «Jesus war ein Esel» beschmiert. Die Polizei vermutet die Täter in rechtsgerichteten Kreisen und sieht einen Zusammenhang mit der vor zwei Tagen begonnenen Räumung der Siedlung Migron im Westjordanland.
Siedler aus Migron verurteilten die Tat. Die Beschädigung jedweden religiösen Bauwerks sei «moralisch falsch», so der Siedler-Sprecher laut Medienberichten. In Jerusalem kam es seit Jahresbeginn wiederholt zu Schmierereien an christlichen Orten sowie an arabisch-jüdischen Begegnungsstätten.
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