
München (kath.net/KNA) In Bayern ist ein politischer Streit um die Einführung islamischer Feiertage entbrannt. Nachdem die CSU einen entsprechenden Vorschlag von Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) am Donnerstag abgelehnt hatte, sprach sich die SPD am Freitag dafür aus. «Es wäre eigentlich selbstverständlich und wir müssen dahin kommen, die wichtigsten muslimischen Feiertage genauso zu behandeln wie die israelischen Feiertage», sagte Landtags-Vizepräsident Franz Maget (SPD). Er ist auch Vorsitzender des Forums «Kirche und SPD».
Die Regelung für das Judentum sieht Maget zufolge vor, dass entsprechende Tage zwar keine gesetzlichen Feiertage für alle sind. Arbeitnehmer der entsprechenden Religionszugehörigkeit hätten jedoch das Recht auf einen freien Tag. Sie müssten allerdings dafür Urlaub nehmen oder die Zeit nacharbeiten. Der SPD-Politiker sprach sich dafür aus, das Bayerische Feiertagsgesetz um eine solche Regelung für Muslime zu erweitern. «Damit würde der gesellschaftlichen Wirklichkeit in Bayern Rechnung getragen.»
Die CSU-Landtagsfraktion hatte sich jedoch am Donnerstag klar dagegen ausgesprochen und Leutheusser-Schnarrenberger «Irrlichterei» vorgeworfen. Die FDP-Landesvorsitzende wolle schließlich «in einem christlich geprägten Land wie Bayern einerseits Stille Feiertage wie Allerheiligen oder Buß- und Bettag beschneiden», sagte Fraktionschef Georg Schmid. Ihr Ziel sei es offensichtlich, alles Christliche zurückzudrängen. «In christlichen Fragen kann ihr unser Land nicht säkular genug sein.» Leutheusser-Schnarrenberger müsse dringend ihren religionspolitischen Kurs klären.
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