01 September 2012, 11:00
Irakische Bischöfe: Dem Christentum im Irak droht das Ende
 
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Die Massenflucht der Christen aus dem Irak werde weitergehen, solange die Menschen keine Sicherheit und wirtschaftliche Perspektiven erhielten.

Aachen (kath.net/KNA) Das Christentum im Irak droht nach den Worten des chaldäischen Erzbischofs von Mosul, Amel Nona, zur «Randerscheinung» zu werden. «Schon jetzt ist unser Einfluss in der irakischen Gesellschaft sehr geschwächt. Und die Flüchtlinge werden nicht mehr in den Irak zurückkehren», sagte Nona am Freitag in Aachen in einem Interview der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA). Die Massenflucht der Christen aus dem Irak werde weitergehen, solange die Menschen keine Sicherheit und wirtschaftliche Perspektiven erhielten. Zugleich hätten die Christen aber eine wichtige Aufgabe: «Die Gesellschaft braucht uns, zum Beispiel als Fachleute im Gesundheits- und Bildungssystem. Und sie braucht die christliche Botschaft von Liebe und Vergebung.»

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Von den einst rund 1,2 Millionen Christen im Irak sind nach Schätzungen des katholischen Hilfswerks missio seit dem Irakkrieg von 2003 zwei Drittel ins Ausland geflohen. Viele weitere haben Städte wie Bagdad, Mosul und Kirkuk aus Angst vor islamistischem Terror und aus wirtschaftlicher Not verlassen und leben als Binnenflüchtlinge im Nordirak.

Der chaldäische Bagdader Weihbischof Shlemon Warduni beklagte im KNA-Gespräch, antichristliches Denken habe seit der US-geführten Invasion unter den Irakern stark zugenommen. Zwar gebe es auch gute Beispiele für interreligiösen Dialog. Doch ein extremistischer Prediger könne die Arbeit von zehn vernünftigen wieder zunichtemachen.

Die Geistlichen riefen auch das westliche Ausland dazu auf, alles dafür zu tun, dass der Exodus von Christen aus dem Irak gestoppt werde. Dafür brauche es vor allem mehr wirtschaftliche Investitionen in dem Land.

(C) 2012 KNA Katholische Nachrichten-Agentur GmbH. Alle Rechte vorbehalten.

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