
Frankfurt (kath.net/KNA) Der Kölner Kardinal Joachim Meisner warnt vor einer Gleichstellung von homosexuellen Lebenspartnerschaften mit der Ehe. Ein solcher Schritt verkenne fundamentale Unterschiede zwischen beiden Lebensformen, schreibt Meisner in einem Gastbeitrag für die «Frankfurter Allgemeine Zeitung» (Freitag). Die Ehe zwischen Mann und Frau und die daraus möglicherweise erwachsende Familie sei «Keimzelle und Bestandsgarant» des Staates.
Eine gleichgeschlechtliche Partnerschaft hingegen ist nach Ansicht Meisners lediglich «eine Form des sexuellen Zusammenlebens». Hier einzugreifen solle der Staat «sich sogar untersagt sein lassen», argumentiert der Kardinal: «Denn Kriterien, nach denen seine Bürger ihr privates Zusammenleben gestalten, gehören rechtlich einzig und allein in deren persönlichen Entscheidungsbereich.» Begäbe er sich auf dieses Feld, so Meisner weiter, «könnte der Staat dann auch Fahrgemeinschaften rechtlich der Ehe gleichstellen».
Das Argument, wonach homosexuelle Paare auch außerhalb ihrer Partnerschaft gezeugte Kinder annehmen können, ändert laut dem Kölner Erzbischof nichts an der Tatsache, dass die biologischen Eltern in Gestalt von Vater und Mutter vorhanden sein müssen.
«Indem man glaubt, Familie bloß funktional neu definieren zu können, verdrängt man die leibliche Komponente der Wesensbegriffe Mutter und Vater», moniert Meisner.
«Mitten im selbstverliebten Exhibitionismus unserer Gesellschaft offenbart sich überraschend eine subtile Form neuer Leibfeindlichkeit. Die natürlichen Gegebenheiten gelten nicht mehr.»
(C) 2012 KNA Katholische Nachrichten-Agentur GmbH. Alle Rechte vorbehalten.
Tweet
Lesermeinungen zu diesem Artikel anzeigen und Kommentar schreiben



Tippfehler melden
Druckversion
Artikel versenden



Anderswo...
Top Artikel der letzten 7 Tage

