Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Vatikan-Bischof lobt John Lennons atheistisches ‚Imagine‘ als ‚schönstes Lied der Welt‘
  2. EWTN-Chefin Maria Montserrat Alvarado wird neue Kommunikationspräfektin
  3. ZDF hasst Katholiken
  4. Die 'Akte Lügenfritz': Wenn Staatsgläubigkeit die Meinungsfreiheit verdrängt
  5. Deutliche Kritik an 'Amoris Laetitia' im Vorfeld des Papstbesuches
  6. Christus bleibt nicht im Tempel! Fronleichnam: Einladung für die Gegenwart
  7. Wahrheit ist heilsrelevant
  8. Es gibt keine zweite Chance mehr
  9. Papst Pius X.: ‚Was brauchen wir heute am meisten, um die Gesellschaft zu retten?
  10. 'Armutsindustrie' in der Kritik: Statistik misst Ungleichheit, nicht echte Not
  11. Akademie Johannes Paul II. fordert Kard. Grech auf, den pro-LGBT-Synodenbericht zurückzunehmen
  12. Technisch brillant, geistig obdachlos
  13. "Gesegneten Frohnleichnahm" - eine CSU-Blamage zu Fronleichnam
  14. Großes Kardinalstreffen mit dem Papst - KI statt Liturgie
  15. Ritus, Zeichen und Symbol: Der Weg zum Mysterium

Notbetten statt Nachdenken

29. August 2012 in Deutschland, 4 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Die Katholische Akademie Bayern war Herberge für rund 250 Anlieger, die wegen der kontrollierten Bombenexplosion in München ihre Häuser verließen. Von Christian Wölfel (KNA)


München (kath.net/KNA) Verkohlte Strohreste liegen im Eingangsbereich der Katholischen Akademie in Bayern. Über die Häuser hinweg, mehr als hundert Meter weit, muss es sie bei der Sprengung der Fliegerbombe am Dienstagabend im Münchner Stadtteil Schwabing geschleudert haben. Das Stroh sollte die Wucht der Detonation dämpfen.

Florian Schuller steht im großen Tagungssaal der Akademie und spricht mit den Menschen auf den Notbetten. Ein paar sitzen vor einem kleinen Fernseher und verfolgen die Berichterstattung über jenes Ereignis, dass ihnen die mittlerweile zweite Nacht in der Notunterkunft beschert.

Am Montagnachmittag hatte die Polizei den Akademiedirektor um Hilfe gebeten. Das Haus an der Mandlstraße solle Herberge für jene Anlieger werden, die nach dem Bombenfund in der Feilitzschstraße ihre Häuser verlassen mussten.

Etwa 250 Personen fanden in dem katholischen Bildungshaus Unterschlupf. «Überraschend gelassen und sehr ruhig», so beschreibt Schuller die Stimmung unter seinen Gästen.


Lediglich jene, die die Polizei bei der Erweiterung der Schutzzone auf einen Kilometer noch in die Akademie zwang - niemand durfte sich ab Dienstag, 17 Uhr, mehr im Freien aufhalten - seien etwas aufbrausend gewesen.

Um 21.55 Uhr erzitterten dann die Wände des großen Areals in Schwabing. Die Bombe wurde kontrolliert gesprengt, nachdem ein letzter Versuch der Entschärfung durch Experten fehlgeschlagen war.

«Etwas leiser als gedacht» sei die Sprengung in unmittelbarer Nähe der Akademie gewesen, berichtet Schuller kurz nach 23 Uhr. In seinem Büro habe er den Moment mitverfolgt. Kurz danach versuchten die meisten seiner Gäste, nach ihren Häusern zu schauen. Wirklich rankommen konnten sie zunächst nicht.

«Auf eigene Verantwortung» könne sie in ihr Haus gehen, berichtet eine Frau dem Akademie-Direktor. Doch sie wolle nun erst einmal abwarten. Vor allem um ihre Katzen mache sie sich Sorgen, sagt die Dame. Diese seien allein im Haus. Trotzdem richtet sie sich auf eine weitere Nacht auf den Notbetten im großen Tagungssaal ein. Dort also, wo sonst Menschen wie Angela Merkel, Wolfgang Schäuble oder Helmut Kohl sprechen.

Eine Frau im Rollstuhl will gerade mit ihrem Hund in den Akademie-Garten gehen. Sie ist sichtlich nervös: Es ist noch unklar, wie schwer ihr Haus in unmittelbarer Nähe der Sprengung beschädigt ist. Schuller versucht sie zu beruhigen.

Später berichtet er, die Akademie selbst samt Barockschlösschen Suresnes sei unbeschädigt. Der technische Leiter des Hauses, Christian Sachs, habe bereits die Gebäude inspiziert. Lediglich eine Scheibe im Atrium sei um bis zu zehn Zentimeter verschoben. Fachleute sollen sie in den kommenden Tagen untersuchen.

Auch die Wohnungen der eigenen Mitarbeiter - der technische Leiter selbst sowie der Koch der Akademie, Gerhard Schlierf, waren von der Evakuierung betroffen - seien nach seinen Informationen heil geblieben, erklärt Schuller. Schlierf habe schon am Montagabend aus seinem unfreiwilligen Auszug von zu Hause das Beste für alle Beteiligten gemacht und für die Gestrandeten eine Gulaschsuppe zubereitet.

Mittlerweile ist es kurz vor Mitternacht in der Akademie. Ein paar Dutzend Menschen samt Haustieren sind noch da. Wie viele eine zweite Nacht im Bildungshaus verbringen werden, weiß Schuller zu diesem Zeitpunkt noch nicht. «Wir haben für das Frühstück 200 Semmeln geordert.» Acht Übernachtungsgäste werden es letztlich sein, darunter eine Stewardess, die am Dienstag aus Boston zurückkam. In ihre Wohnung kann sie bisher nicht - das Treppenhaus ist durch die Explosion zerstört.

(C) 2012 KNA Katholische Nachrichten-Agentur GmbH. Alle Rechte vorbehalten.


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Erzbistum München

  1. Pfarrer protestiert gegen Abtreibungs-Aktivismus des BDKJ München
  2. Wallfahrtsort Maria Birkenstein – Wie geht es weiter?
  3. 'Bruder Marx', bleib in München!
  4. Initiative im Erzbistum München will mehr Aufgaben für Laien
  5. Münchner Erzbischof wettert gegen Corona-Demos
  6. Erzdiözese München: Wortgottesdienste statt Urlaubsaushilfen durch ausländische Priester
  7. Marx-Kurs in München: Erstmals mehr als 10.000 Kirchenaustritte in 1 Jahr
  8. Erzbischof Carlo Maria Viganò bei Anti-Marx-Kundgebung in München!
  9. Katholische Integrierte Gemeinde verweigert sich der Visitation
  10. Erzbistum dementiert Schlagzeile der „Abendzeitung“






Top-15

meist-gelesen

  1. SIZILIEN-Rundreise mit Kaplan Johannes Maria Schwarz - ANMELDUNG noch bis 22. JUNI!
  2. ZDF hasst Katholiken
  3. EWTN-Chefin Maria Montserrat Alvarado wird neue Kommunikationspräfektin
  4. Deutliche Kritik an 'Amoris Laetitia' im Vorfeld des Papstbesuches
  5. Schottischer Pfadfinderjunge verweigert Verbeugung vor Allah in der Moschee
  6. "Ich musste ihm unglücklicherweise ein paar Schläge verpassen"
  7. Vatikan-Bischof lobt John Lennons atheistisches ‚Imagine‘ als ‚schönstes Lied der Welt‘
  8. Warum haben alte Kirchen einen verborgenen Raum unter dem Altar?
  9. Papst kommt unpünktlich und scherzt auf Deutsch: "Ich bin Ausländer"
  10. Die 'Akte Lügenfritz': Wenn Staatsgläubigkeit die Meinungsfreiheit verdrängt
  11. "Gesegneten Frohnleichnahm" - eine CSU-Blamage zu Fronleichnam
  12. Akademie Johannes Paul II. fordert Kard. Grech auf, den pro-LGBT-Synodenbericht zurückzunehmen
  13. Wahrheit ist heilsrelevant
  14. Eine katholische Heldin
  15. „Silere non possum“: „Die Führung dieses Dikasteriums war ein Desaster“

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz