
Moskau (kath.net) „Böser Staat contra unschuldige Mädchen: Das war das Bild, das von Pussy Riot gezeichnet wurde. Dabei erinnern die Aktionskünstler mit ihren vulgären Provokationen viel mehr an die erste RAF-Generation.“ So leitet die Frankfurter Allgemeine Zeitung ihren Bericht über die früheren Aktivitäten von Pussy Riot-Mitgliedern ein und gibt Einblick in die linke Aktionskunstszene in Russland.
Solidaritätskundgebungen mit Pussy Riot habe es nur im Ausland gegeben, die besser informierten russischen Oppositionellen haben sogar Kritik an der Kirchen-Aktion geübt, die der Opposition geschadet habe.
Eine der drei verurteilten Frauen, die 22-jährige Nadjeschda Tolokonnikowa, ist seit Jahren in dieser Szene aktiv und hat mehrmals durch pornographisch anmutende Aktionen, wie etwa die Teilnahme an einer Gruppensexperformance, während sie im neunten Monat schwanger war, auf sich aufmerksam gemacht. Mit ihrem Mann gehört sie der Gruppe „Woina“ – „Krieg“ an; einen solchen wollen sie durch ordinäre Ausdruckformen gegen jegliches Establishment führen. „Der arrogante, rechthaberische Duktus der Pamphlete und Interviews ähnelt jenem der deutschen Sponti-Szene in den sechziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts“, resümiert die FAZ.
Auch der Umgang mit den eigenen Kindern wird rücksichtslos dem linken Kampf untergeordnet, die mitunter als eine Art Schutzschild bei Demonstrationen verwendet werden. „Nur Tage nach dem Gruppensex im Museum gebar Tolokonnikowa ihre Tochter Gera. Nach Streitigkeiten mit ihren Eltern, die ihren Lebensstil missbilligten, musste Tolokonnikowa die von ihnen zu Verfügung gestellte Wohnung verlassen. Die junge Familie zog daraufhin von Wohnung zu Wohnung, bis sich die wenige Monate alte Gera bei einem nächtlichen Sturz von einem Computertisch schwer verletzte.“
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