25 August 2012, 07:17
Kardinal Schönborn: Neuer Down Syndrom-Bluttest ist Eugenik
 
Hildegard13
 
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Erzbischof in vielgelesener Wiener U-Bahn-Zeitung: Ist das noch eine menschliche Gesellschaft, in der nur mehr Supergesunde erwünscht sind? Hier wird Selektion betrieben. Eugenik. Wird das schlimme Wort vom 'lebensunwerten Leben' wieder Wirklichkeit?

Wien (kath.net/KAP) Nach Einführung des neuen "Down Syndrom"-Bluttests am vergangenen Montag hält die Kritik an dem umstrittenen Testverfahren weiter an. Nun hat sich auch der Wiener Erzbischof, Kardinal Christoph Schönborn, in der Wiener Gratis-U-Bahn-Zeitung "Heute" mit einer scharfen Kritik zu Wort gemeldet.

"Ist das noch eine menschliche Gesellschaft?" fragt Schönborn, in der "nur mehr topfitte, supergesunde, leistungsstarke Menschen" erwünscht sind.

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Zugleich zeigte sich der Kardinal besorgt über den durch den Bluttest verschärften Trend zur Selektion behinderten Lebens: "Hier wird Selektion betrieben. Eugenik. Wird das schlimme Wort vom 'lebensunwerten Leben' wieder Wirklichkeit?"

Dagegen hielt Schönborn fest, dass letztlich jeder Mensch ein Mensch "mit besonderen Bedürfnissen" sei, wie man heute behinderte Menschen bezeichnet.

Kardinal Schönborn schließt sich mit seiner Kritik den zahlreichen kritischen Stimmen aus dem kirchlichen Umfeld an, die sich im Vorfeld der Zulassung des Tests zu Wort gemeldet haben. So verwies vor Einführung des Tests auch "Aktion Leben" auf die eigentliche Absicht des Tests, nämlich die möglichst frühzeitige Aufspürung und Aussortierung von behinderten Menschen.

Dies sei eine "unmenschliche Entwicklung", warnte "Aktion Leben"-Generalsekretärin Martina Kronthaler vor einem steigenden gesellschaftlichen Druck auf werdende Eltern, diesen Test durchzuführen. "Aktion Leben" fordert daher einen "verpflichtenden Hinweis auf non-direktive, spezialisierte Beratungsstellen, wo sich Eltern umfassend und qualifiziert informieren können".

Kritik kam im Vorfeld auch von Seiten der Bioethik-Kommission der Deutschen Bischofskonferenz. Diese warnte davor, dass durch den Bluttest die Schwelle "zur gezielten Aussonderung unerwünschter Menschen massiv gesenkt" werde.

Seit Montag, 20. August, ist der molekulargenetische Bluttest, der keine riskante Fruchtwasserentnahme mehr erfordert, in insgesamt 70 Praxen und Kliniken in Deutschland, Österreich, Liechtenstein und in der Schweiz verfügbar.

Der Test wird auch Gesprächsthema bei der heurigen "4. Österreichischen Down-Syndrom Tagung" vom 28. bis 30. September in St. Virgil (Salzburg) sein. Die Tagung steht unter dem Motto "Alles außer gewöhnlich". Die feierliche Eröffnung findet am 28. September um 18.30 Uhr statt.

Infos: www.down-syndrom.at


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