
Addis Abeba (kath.net/KAP) Der vor einer Woche verstorbene äthiopisch-orthodoxe Patriarch Abuna Paulos I. (siehe Foto) ist am Donnerstagvormittag unter großer Anteilnahme der Bevölkerung und in Anwesenheit vieler internationaler Delegationen in der Dreifaltigkeitskathedrale in Addis Abeba beigesetzt worden.
Die Beisetzung war zusätzlich überschattet durch die Trauer um den vor wenigen Tagen verstorbenen Langzeit-Ministerpräsidenten Meles Zenawi. Das teilte die ökumenische Stiftung "Pro Oriente" am Donnerstag auf ihrer Website www.pro-oriente.at mit.
Unterdessen bestimmte der Heilige Synod der äthiopisch-orthodoxen Kirche Abuna Natanael (Meaza), Erzbischof von Arsi, zum "Locum tenens" des äthiopischen Patriarchats. Abuna Natanael leitet die Kirche bis zur Wahl eines Nachfolgers für Abuna Paulos I.
Der 81-jährige Abuna Natanael war zunächst ab 1979 Bischof von Tigrai, bis er 1982 Erzbischof von Arsi wurde. Das Gebiet von Arsi wurde erst in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts von Äthiopien annektiert, seit den 1930er-Jahren gibt es eine starke amharische Einwanderung in das Gebiet, um die Besitznahme voranzutreiben. Zugleich hat die äthiopisch-orthodoxe Kirche ihre Bemühungen zur Evangelisierung der Bewohner von Arsi intensiviert.
Wie "Pro Oriente" weiter berichtet, habe der Heilige Synod der äthiopisch-orthodoxen Kirche zugleich mit der Wahl von Abuna Natanael zum "Locum tenens" ein aus sieben Erzbischöfen bestehendes Komitee nominiert. Es solle den "Locum tenens" unterstützen und den Vorgang der Wahl des neuen Patriarchen moderieren.
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Foto: (c) wikimedia/Jhaustein
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