22 August 2012, 19:00
US-Bischöfe äußern sich positiv über Paul Ryan
 
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Der katholische US-Vizepräsidentschafts-Kandidat Ryan wird inzwischen von mehreren Bischöfen gelobt.

Washington D.C. (kath.net/pl) „Ich bewundere ihn“, sagte der New Yorker Bischof Timothy Kardinal Dolan über Paul Ryan, den republikanischen Kandidaten um das Amt des US-Viziepräsidenten. „Er ist aufrecht. Er ist erfrischend. Stimme ich mit allem überein? Nein. Aber… ich bin gespannt darauf, ihn in Aktion zu sehen“, sagte der Kardinal dem „Sirius Catholic Radio“. Der republikanische US-Präsidentschaftskandidat Mitt Romney, ein Mormone, hat sich den praktizierenden Katholiken Paul Ryan als „running mate“ ins Team geholt. Einer der Hauptpunkte öffentlicher Kritik an dem Wirtschaftspolitiker ist seine finanzkonservative Haltung. Inzwischen haben sich bereits vier katholische Bischöfe zu Ryans Kandidatur geäußert.

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Dolan betonte in seinem Interview mit „Sirius Catholic Radio“ seinen langjährigen Kontakt und seine persönliche Freundschaft zum Vizepräsidentschaftskandidaten und seiner Familie, man besuchte sich bereits privat. Ein staatliches Sparprogramm, verbunden mit Steuererleichterungen, würde zwar den Armen vorübergehend Erschwernisse zumuten, doch wo staatlicherseits die Finanzkraft für Wohlfahrtsprogramme fehle, sei dies nicht in sich unchristlich, erläuterte Dolan. Der New Yorker Kardinal fasste die Position Ryans zusammen: Er sagte, „ich bin passioniert für die Armen engagiert. Dies kommt ebenfalls aus meiner religiösen Überzeugung…. Niemand leidet mehr unter außer Kontrolle geratenen Haushaltsdefiziten und Misswirtschaft als die Armen. Und das beste Mittel, wie wir den Armen helfen können, ist, dass wir unseren Finanzhaushalt in Ordnung bringen, denn dies bedeutet, die Arbeitsplatzsituation verbessert sich… und den Armen wird geholfen.“

Auch der Denver Erzbischof Samuel Aquila ging auf Ryans Kandidatur ein. „In den letzten Monaten war er [Ryan] Zielscheibe erheblicher Kritik an seinen politischen Ansichten. Seine Sichtweise auf den Finanzhaushalt wurde als irgendwie anti-katholisch verdammt – selbst von ein paar amerikanischen Bischöfen. Letztlich geht es um den Vorwurf, Ryan sei ohne Mitgefühl mit den Armen.“ Und tatsächlich, so führte Aquila aus, „würden die Finanzpläne von Ryan einige Programme zugunsten materiell Armer reduzieren. Dies hätte ernste Auswirkungen auf viele Amerikaner. Doch Ryan beansprucht, dass seine Pläne im christlichen Gefühl der Verantwortung wurzeln“ und dass sein Anliegen die Langzeit-Sorge für die Armen sei, „was Opfer in der Gegenwart bedeutet“. Aquila betonte, er selbst sei kein Finanzexperte und könne nicht wissen, ob die Ryans Pläne für Amerika sinnvoll seien, deshalb würde er weder Ryan noch einen anderen Kandidaten empfehlen. Doch er betonte, dass Vorwürfe, „wonach Paul Ryans Plan zutiefst gegen die katholische Soziallehre verstoße, unbegründet und unvernünftig sind“.

Erzbischof Aquila wies darauf hin, dass es „einige soziale Fragen gebe, bei welchen die Antworten fest und absolut sein müssen. Katholiken müssen die Würde der Ungeborenen anerkennen und das Unrecht legalisierten Tötens. Katholiken müssen die Würde der menschlichen Sexualität anerkennen und die Unwandelbarkeit der Ehe zwischen Mann und Frau. Katholiken müssen die Bevorzugung der Armen – die Liebe des Herrn zu ihnen – anerkennen.“ Darüber hinaus gebe es Fragen, über die Katholiken so oder so denken könnten. „Ryan ist überzeugt, dass Amerika bald bankrott sein werde und dass wir deshalb harte Entscheidungen treffen müssten.“

Auch der Bischof von Madison/Wisconsin, Robert Morlino, hat sich bereits positiv über Ryan geäußert: 'Ich bin stolz auf die Leistungen dieses Sohnes unserer Diözese!'

Kritik kommt dagegen von Stephen Blaire, Bischof von Stockton, dem Vorsitzenden des „Committee on Domestic Justice and Human Development“ der US-Bischofskonferenz. Ryans Budgetpläne verfehlten den „moralischen Basistest“, so Blaire. Die geplanten Einsparungen beträfen nicht zuletzt ausgerechnet die Ernährungsprogramme für die Kinder von Immigranten, dies sei „eine direkte Bedrohung ihrer menschlichen Würde“, er mache sich auch insgesamt Sorgen um die „Heimatlosen, Älteren, Behinderten, um Kinder, die in Armut leben und um Missbrauchsopfer“, so erläuterte er gemäß einer Verlautbarung auf der Homepage der US-amerikanischen Bischofskonferenz.

Lesetipp: Interessanter Briefwechsel zwischen Paul Ryan und Erzbischof Timothy M. Dolan (New York)

Brief von Paul Ryan an Erzbischof Dolan

Brief von Erzbischof Dolan an Paul Ryan


Originalzitat von Paul Ryan: „I cannot believe any official or citizen can still defend the notion that an unborn human being has no rights that an older person is bound to respect.“


Website: www.ryanforcongress.com

EWTN-Interview mit Paul Ryan





kathTube-Dokument: Die Antrittsrede von Paul Ryan vom Samstag, 11. August 2012









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