23 August 2012, 10:12
Schweiz: Pfarrer als Kirchensteuerpolizisten einsetzen?
 
Hildegard13
 
WEITERE ARTIKEL ZUM THEMA 'Kirchensteuer'
Die römisch-katholischen Landeskirchen fordern, dass Kirchenmitarbeiter, besonders Pfarrer, sollen in Zukunft kontrollieren, ob Gottesdienstbesucher ihre Kirchensteuern bezahlt haben und sie sollen Nichtzahler der Kirchgemeinde melden.

Zürich (kath.net) Kirchenmitarbeiter, besonders Pfarrer, sollen in der Schweiz in Zukunft kontrollieren, ob Gottesdienstbesucher ihre Kirchensteuern bezahlt haben. So lautet der Vorschlag der Römisch-Katholischen Zentralkonferenz (RZK), dem Verband der katholischen Landeskirchen. Darüber berichtete die „Neue Zürcher Zeitung“. Diesem Vorschlag war ein Urteil des Bundesgerichtes vorausgegangen, wonach ein Austritt aus der katholischen Landeskirche nicht zwangsläufig gleichzusetzen sei mit einem Abfall vom katholischen Glauben, kath.net hat berichtet. Die Bundesrichter vertraten allerdings auch, dass ein Kirchenaustritt missbräuchlich sei, wenn weiterhin die vollen kirchlichen Leistungen in Anspruch genommen würden.

Werbung
romwallf


Die RKZ ruft nun die Seelsorger dazu auf, solches rechtsmissbräuchliche Verhalten zu verhinden. „Solange ein Pfarrer zu unserem System steht, so lange wird er dafür sorgen, dass es nicht ausgehöhlt wird“, erläuterte der Präsident der Zürcher Katholiken, Benno Schnüriger. Dabei komme dem Pfarrer „ein Stück weit die Rolle eines Polizisten zu“. Schnüriger rät Pfarrern, nicht kirchensteuerzahlende Kirchgänger bei der Kirchgemeinde zu melden, berichtete die „Neue Züricher Zeitung“ weiter.

Dem widersprechen die Bischöfe. „Die Seelsorgenden werden nicht in die Rolle eines Steuerkommissärs schlüpfen“, statuierte ein Sprecher der Bischofskonferenz. Auf Antrag des Churer Bischofs Vitus Huonder werden sich die Schweizer Bischöfe bereits im September mit dem Bundesgerichtsurteil befassen. Der Churer Bischof schlägt eine gemeinsame Stellungnahme vor. „Es sollte klar werden: Die Kirche als solche verlangt für die volle Mitgliedschaft keine Steuern. Sie verlangt materielle Solidarität, aber die Art und Weise, wie diese geübt wird, bleibt im Ermessen der Gläubigen“, sagte Huonder.






Lesermeinungen zu diesem Artikel anzeigen und Kommentar schreiben

Sie können nur die Lesermeinungen der letzten sieben Tage einsehen.

 

meist kommentierte Artikel

Oberster römischer Exorzist: Papst hat einen Exorzismus vollzogen (64)

Der Exorzismus des Papstes (51)

Sexueller Missbrauch: Wie pädophilenfreundlich waren die Grünen? (42)

Sich nicht in das Leben des Anderen einmischen! (41)

Qui tacet, consentire videtur? (32)

Streit über Meisners Kritik an deutscher Familienpolitik (29)

Selbstherrlicher Ungehorsam begründet keine ‚Kommunio‘ (29)

Kardinal Meisner: Der neue Papst ist kein Reformer (26)

'Christ & Welt', (k)ein Adelsexperte und kein 1. April-Scherz (23)

Direktor der Vatikanischen Museen kritisiert modernen Kirchenbau (20)