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| ![]() Schulbildung statt Armut23. August 2012 in Weltkirche, 2 Lesermeinungen Im Nordosten Indiens investiert die Kirche in Schulen, um Abwanderung einzudämmen München (kath.net/KIN) Bettiah ist die Hauptstadt von West-Champaran, einem Distrikt im Bundesstaat Bihar im Nordosten Indiens. Die Region grenzt an Nepal. Bettiah ist Sitz einer katholischen Diözese, die Bischof Victor Henry Thakur seit 14 Jahren leitet. Stolz verweist der 58-Jährige im Gespräch mit dem internationalen katholischen Hilfswerk "Kirche in Not" auf die mehr als zweihundertjährige christliche Tradition seiner Heimat. Im Bundesstaat Bihar gelten die "Bettiah Christen" als erste Gläubige der Region. 1745 hatte der italienische Kapuziner Joseph Maria Bernini hier eine erste Missionsstation gegründet. Später führten Jesuiten die Arbeit Berninis fort. Bischof Thakur zufolge sind die meisten Christen abhängige Landarbeiter und suchen deshalb ihr Heil in der Emigration. Für den Bischof liegt die Lösung auf der Hand: eine möglichst gute Schulbildung für die Kinder und eine Pastoral, die Familien, Frauen, Kinder und Jugendliche stärkt. "Wir versuchen, den Eltern deutlich zu machen, dass ihre Kinder durch eine gute Schulbildung der Armut entkommen können", betont Bischof Thakur. In der Diözese Bettiah betreiben das Bistum und verschiedene Ordensgemeinschaften 16 Grund- und neun weiterführende Schulen. Weite Teile der Infrastruktur in West-Champaran, wo Mahatma Gandhi 1917 eine seiner gewaltlosen Kampagnen gegen die britische Okkupation startete, sind bis heute äußerst dürftig. Die Stromversorgung sei mangelhalft, es fehle an befestigten Straßen, betont Bischof Thakur. Große Sorge bereiten ihm zudem die steigende Kriminalität und der Menschenhandel. Beides werde durch die verbreitete Armut und die Nähe zur sehr durchlässigen nepalesischen Grenze begünstigt. Die Kirche weise auf die Gefahren durch Schlepperbanden hin. Nach den Worten von Bischof Thakur kommen die Gläubigen der verschiedenen Religionen in West-Champaran Hindus, Muslime und Buddhisten sowie der christlichen Konfessionen in der Regel gut miteinander aus. "Kirche in Not" unterstützt die Diözese Bettiah seit Jahren, unter anderem mit Existenzhilfen und Zuschüssen für die Reparatur von Kirchen und Schulen sowie den Erwerb von Transportmitteln.
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