18 August 2012, 17:33
Russische Regierung weist Kritik am 'Pussy Riot'-Urteil zurück
 
Hildegard13
 
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Sprecher des Außenministeriums: Auch in Deutschland stünden auf die Störung von Kirchen bis zu drei Jahre Haft. In Österreich sehe das Gesetz Gefängnisstrafen von bis zu sechs Monaten vor.

Moskau (kath.net/KNA) Russlands Regierung hat indirekt Kritik aus westlichen Ländern am Urteil gegen «Pussy Riot» zurückgewiesen. Der Sprecher des Außenministeriums, Alexander Lukaschewitsch, sagte am Samstag der russischen Nachrichtenagentur RIA Novosti, in Deutschland stünden auf die Störung von Kirchen bis zu drei Jahre Haft. Auch in Österreich sehe das Gesetz Gefängnisstrafen von bis zu sechs Monaten vor.

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Lukaschewitsch verwies auf die Paragrafen 166 und 167 im deutschen Strafgesetzbuch. Diese richten sich gegen die «Beschimpfung von Bekenntnissen, Religionsgesellschaften und Weltanschauungsvereinigungen» sowie gegen die «Störung der Religionsausübung».

Ausländische Politiker hatten das Urteil stark kritisiert. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) nannte es «unverhältnismäßig hart». Das Urteil widerspreche den «europäischen Werten von Rechtsstaatlichkeit und Demokratie», zu denen sich Russland als Mitglied des Europarates bekannt habe. «Eine lebendige Zivilgesellschaft und politisch aktive Bürger sind eine notwendige Voraussetzung und keine Bedrohung für Russlands Modernisierung», so Merkel.

Die russisch-orthodoxe Kirche bat die Behörden unterdessen um «Milde im Rahmen der Gesetze» für die drei zu je zwei Jahren Lagerhaft verurteilten Punkmusikerinnen. Der von Patriarch Kyrill I. geleitete Oberste Kirchenrat betonte in einer Erklärung von Freitagabend zugleich, die rechtliche Würdigung der Straftat liege «außerhalb der Zuständigkeit der kirchlichen Behörden». Der Skandalauftritt von «Pussy Riot» in der russisch-orthodoxen Hauptkirche stelle eine «schwere Sünde» dar. Die Gefühle von Millionen Gläubigen seien verletzt worden.

Ein Moskauer Gericht hatte die drei Frauen am Freitag des «Rowdytums aufgrund von Religionshass» für schuldig befunden. Die Verteidigung der Angeklagten kündigte an, binnen zehn Tagen Berufung gegen das Urteil einzulegen.

Die drei Musikerinnen Marija Aljochina, Jekaterina Samuzewitsch und Nadeschda Tolokonnikowa hatten im Februar mit einem «Punk-Gebet» in der orthodoxen Christ-Erlöser-Kathedrale in Moskau gegen eine Wiederwahl Wladimir Putins als Staatspräsident und die kirchliche Unterstützung für dessen Kandidatur protestiert. Sie verbrachten seitdem ein halbes Jahr in Untersuchungshaft.

kathTube: Hintergründe über die Pussy Riot (Sex-Orgien)






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