18 August 2012, 08:31
Heftige Kritik an Werbespot des Internet-Händlers Zalando
 
Hildegard13
 
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Szene stellt Priester bei Teufelsaustreibung dar – Beschwerden beim Werberat

Berlin (kath.net/idea) Auf heftige Kritik ist ein TV-Werbespot des Internet-Händlers Zalando (Berlin) gestoßen. Er ist einer Szene des US-Horrorfilms „Der Exorzist“ nachempfunden. Wie in dem Film aus dem Jahre 1973 schwebt eine junge Frau über ihrem Bett und ist offenbar nicht bei Sinnen. In ihr scheint ein Dämon zu wohnen, der die Besessene immer wieder auf die Seite des Schuh- und Modeangebots von Zalando treibt. Ein Priester im Talar versucht, mit Hilfe eines Kreuzes den Mode-Teufel auszutreiben, bleibt allerdings erfolglos. Die Frau kommt erst wieder zur Besinnung, als der Postbote mit mehreren Zalando-Paketen in der Tür erscheint. Abschließend ertönt Geschrei und der Kopf des Pfarrers dreht sich um 180 Grad. Der Spot trägt den Titel „Erlösung“.

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Deutscher Werberat will genau prüfen

Der Sprecher des Deutschen Werberates (Berlin), Volker Nickel, bestätigte auf Anfrage der Evangelischen Nachrichtenagentur idea, dass bereits Beschwerden über den Spot eingegangen seien. „Wir haben das Unternehmen zu einer Stellungnahme aufgefordert. Der Spot ist nicht unproblematisch. Er verwendet Elemente, über die man ein Fragezeichen setzen muss“, so Nickel. Da die Werbung christliche Symbolik in Anspruch nehme, könne man sie nicht als Klamauk abtun. Der Werberat werde den Fall daher genau prüfen.

Proteste auf Facebook:
„Respektlos“ gegenüber Christen

Auf der Facebook-Seite des Unternehmens hagelte es nach der Vorstellung des Spots heftige Kritik. Ein Internet-Nutzer schreibt: „Die Werbung ist das Letzte. Ich bin froh, dass mein Sohn nicht im Zimmer war, als der Spot lief. Die Stelle, an der der Priester seinen Kopf verdreht, wird für Alpträume bei kleinen Kindern sorgen! Schande!“ Eine Frau protestiert mit den Worten: „Das ist nicht nur komplett respektlos dem Christentum gegenüber, sondern auch total krank und unnötig!“ In weiteren Kommentaren wird der Spot als „widerlich“ und „geschmacklos“ bezeichnet. In der Antwort von Zalando heißt es: „Die dargestellte Situation zielt auf Gefühle ab, die viele Modefans schon einmal im Shoppingrausch erlebt haben.“ Der Spot könne so zwar als provokant wahrgenommen werden, verfolge jedoch „nie eine böswillige Intention. Sollte ein gegenteiliger Eindruck entstanden sein, bedauern wir dies außerordentlich. Es liegt keinesfalls in unserem Interesse, unsere Kunden und Zuschauer bezüglich ihrer religiösen Gesinnung zu verletzen oder vor den Kopf zu stoßen“. Daraufhin forderte eine Internet-Nutzerin: „Wenn es nicht in eurem Interesse ist, eure Kunden und Zuschauer bezüglich ihrer religiösen Gesinnung zu verletzen oder vor den Kopf zu stoßen, dann mache ich euch einen Vorschlag: Nehmt den Spot auf der Stelle aus dem Programm!“ Darauf reagierte das Unternehmen bisher nicht. Der Spot läuft seit dem 12. August auf den Privatsendern ProSieben, Sat.1 und Kabel Eins. Er wurde von der Werbeagentur Jung von Matt/Fleet produziert.

E-mail service@zalando.de


Foto: (c) Zalando.de






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