18 August 2012, 10:00
Syrien-Bürgerkrieg greift auf Libanon über: Patriarch besorgt
 
Hildegard13
 
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Angesichts der wachsenden Spannungen ist unklar, ob der für 14. bis 16. September geplante Papstbesuch stattfinden kann

Beirut (kath.net/KAP) Weniger als vier Wochen vor dem geplanten Besuch von Papst Benedikt XVI. im Libanon greift der Bürgerkrieg in Syrien immer mehr auf den Zedernstaat über. Nach der Entführung eines Libanesen in Syrien destabilisieren schiitische Clans Stadtgebiete von Beirut.

Seit dem Beginn des Aufstandes in Syrien ist der Libanon gespalten: Die überwiegend mit der Hisbollah sympathisierenden Schiiten stehen Diktator Assad näher. Die Sunniten warten auf dessen Sturz. Sie wissen, dass sich nach einem Sieg der Rebellen die Kräftekonstellation zu ihren Gunsten verändern wird. Eine offene Konfrontation ist bislang ausgeblieben.

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Der Konflikt in Syrien spaltet nach Darstellung des maronitischen Patriarchen Bechara Boutros al-Rai aber auch Sunniten und Alawiten im Libanon. Ebenfalls verschärften sich unter dem Eindruck der syrischen Ereignisse die politischen Spannungen zwischen libanesischen Sunniten und Schiiten, sagte das Oberhaupt der mit Rom unierten Ostkirche am Freitag. Christen müssten in dieser Situation ihrer Verantwortung gerecht werden. Dazu brauche es Einigkeit zwischen den Konfessionen.

Dennoch äußerte sich der Patriarch zuversichtlich über die Zukunft der Christen im Nahen Osten. Ein Erstarken der Islamisten werde deren Präsenz nicht beenden. Christen seien seit 2.000 Jahren in der Region verwurzelt und hätten die örtlichen Kulturen geprägt. Auch Muslime schätzten die Anwesenheit von Christen aufgrund deren intellektueller, moralischer und beruflicher Qualitäten.

Maroniten in Syrien seien keinen direkten Angriffen ausgesetzt. "Sie sind respektiert und mischen sich nicht in die Politik ein", so der Patriarch. Rai äußerte sich im Gespräch mit dem internationalen katholischen Hilfswerk "Kirche in Not".

Anlass der Esklation im Libanon war die Entführung eines libanesischen Schiiten durch syrische Rebellen. Der entführte Libanese Hassan al-Mokdad sei ein Verbindungsmann der Hisbollah, behaupteten die syrischen Kidnapper.

Tatsächlich soll al-Mokdad ein steckbrieflich gesuchter Krimineller sein, der sich vor zwei Jahren nach Syrien abgesetzt hatte. Er gehört zu einem der einflussreichsten Schiitenclans in der an Syrien grenzenden Bekaaebene, gegen die die staatlichen Sicherheitskräfte seit Jahrzehnten praktisch auf verlorenem Posten stehen.

Um die Freilassung zu erzwingen, brachten die Angehörigen des einflussreichen Mokdad-Clans mehr als 40 Syrer und einen Türken in ihre Gewalt. Aus vier Syrern prügelte man ein Geständnis, Mitglied der "Freien Syrischen Armee" (FSA) zu sein, heraus.






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