16 August 2012, 11:00
Fall Drygalla: Kritik an 'Hexenjagd der politisch Korrekten'
 
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Bundesminister a.D. Carl-Dieter Spranger beklagt Klima allgemeiner Einschüchterung

Frankfurt am Main (kath.net/idea) Eine „Hexenjagd der politisch Korrekten“ hat der frühere Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, Carl-Dieter Spranger (CSU), beklagt. „Diese Leute haben in Deutschland seit Jahren ein Klima allgemeiner Einschüchterung durch Tabus, Sprachregelung und Ächtung derer geschaffen, die dagegen verstoßen“, heißt es in einem am 15. August veröffentlichten Leserbrief des Politikers in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Zu den Opfern der „moralischen Kollektivaufsicht und tyrannischen Medienkontrolle“ zählt er unter anderem die früheren CDU-Politiker Steffen Heitmann und Martin Hohmann sowie die Fernsehmoderatorin Eva Hermann und zuletzt die Sportlerin Nadja Drygalla. Der Ruderin war ihre Freundschaft zu einem ehemaligen NPD-Funktionär vorgeworfen worden. Medienberichten zufolge hat der Freund die rechtsextreme Szene inzwischen verlassen. Der EKD-Ratsvorsitzende, Präses Nikolaus Schneider (Düsseldorf), hatte die Athletin, die von den Olympischen Spielen in London entnervt vorzeitig abgereist war, zu Umkehr und Reue aufgefordert. Im Gespräch mit der Tageszeitung „Die Welt“ zitierte er aus dem alttestamentlichen Buch Hesekiel (33,12): „Wenn ein Gottloser von seiner Gottlosigkeit umkehrt, so soll‘s ihm nicht schaden, dass er gottlos gewesen ist.“

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„Gesinnungsschnüffelei und Sippenhaft“

Der frühere sächsische Justizminister Heitmann, der 1993 einstimmig von CDU/CSU als Kandidat für die Nachfolge von Bundespräsident Richard von Weizsäcker nominiert worden war, verzichtete auf eine Kandidatur, nachdem linksorientierte Medien ihn als ultrakonservativ gebrandmarkt hatten. Der ehemalige Bundestagsabgeordnete Hohmann wurde 2004 wegen einer als antisemitisch kritisierten Rede aus der CDU ausgeschlossen. Die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Main sprach ihn von diesem Vorwurf frei. Herman verlor ihre Stelle als Fernsehmoderatorin beim Norddeutschen Rundfunk, nachdem Medien sie in die Nähe einer Sympathisantin der nationalsozialistischen Familienpolitik gerückt hatten. Sie setzte sich vor Gericht erfolgreich gegen diesen Vorwurf zur Wehr. Nach Ansicht Sprangers zeigt der Fall Drygalla, dass auf Diffamierung und Skandalisierung Gesinnungsschnüffelei und Sippenhaft folgen: „NS- und SED-Diktatur lassen grüßen“. Der 73-jährige Franke stand von 1991 bis 1998 an der Spitze des Bundesministeriums für wirtschaftlichen Zusammenarbeit und Entwicklung.







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