15 August 2012, 12:29
Gott tut große Dinge in der Schwachheit des Menschen
 
Hildegard13
 
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Benedikt XVI. zum Gebet des Angelus: Das Verständnis des Hochfestes der Aufnahme Mariens in den Himmel ergibt sich aus dem Blick auf das Paschageheimnis Christi. Von Armin Schwibach

Rom (kath.net/as) Das Hochfest der Aufnahme Mariens in den Himmel lädt die Gläubigen ein, sich mehr Gott anzuvertrauen, der große Dinge auch in der Schwachheit des Menschen wirkt. Mit diesen Worten wandte sich Papst Benedikt XVI. an die im Innenhof des Apostolischen Palasts von Castel Gandolfo zum Gebet des Angelus versammelten Pilger und Besucher. Benedikt XVI. setzte seine Betrachtungen bei der Messe zum Hochfest am heutigen Vormittag fort und rief in Erinnerung, dass sowohl die Kirche des Westens als auch des Ostens mitten im August dieses Fest feiere. Dabei handle es sich um eine Feier, die ihre Wurzeln im Glauben und im Kult der ersten Jahrhunderte der Kirche habe.

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Bereits am Ende des 4. und zu Beginn des 5. Jahrhunderts könnten Zeugnisse verschiedener Autoren festgestellt werden, die sagten, dass Maria mit Leib und Seele in der Herrlichkeit Gottes sei. Im 6. Jahrhundert ändere sich dann das Fest in Jerusalem und sei zum Fest der Entschlafung geworden, des Übergangs und der Aufnahme Mariens in den Himmel.

Benedikt XVI. betonte, dass für das Verständnis dieses Festes ein Blick auf Ostern notwendig sei. Maria, die den Sohn Gottes im Fleisch gezeugt habe, „ist das Geschöpf, das am meisten in dieses Geheimnis eingelassen ist, erlöst vom ersten Augenblick ihres Lebens an und in besonderer Weise mit dem Leiden und der Herrlichkeit ihres Sohnes verbunden“. So sei die Aufnahme Mariens in den Himmel das Paschageheimnis Christi, das voll in ihr verwirklicht werde.

Diese Wirklichkeit gehe auch den Menschen an, so der Papst, da sie hell auf unsere Bestimmung verweise, die Bestimmung der Menschheit und der Geschichte. In Maria „betrachten wir jene Wirklichkeit der Herrlichkeit, zu der ein jeder von uns und die ganze Kirche berufen sind“.

Erneut verwies der Benedikt XVI. auf das „Magnificat“, aus dem der tiefe Glaube Mariens hervorscheine. Sie stelle sich unter die Kleinen und Niedrigen, die nicht auf ihre Kräfte vertrauten, sondern sich Gott überließen, seinem Wort folgten und versuchten, Tag um Tag seinen Willen zu tun: „Das ist der Weg, der uns ‚selig’ macht auf unserer irdischen Pilgerreise und uns die Tore des Himmels eröffnet“.

Abschließend erinnerte der Papst an ein Wort des II. Vatikanischen Konzils: „In den Himmel aufgenommen, hat Maria diesen heilbringenden Auftrag nicht aufgegeben, sondern fährt durch ihre vielfältige Fürbitte fort, uns die Gaben des ewigen Heils zu erwirken. In ihrer mütterlichen Liebe trägt sie Sorge für die Brüder ihres Sohnes, die noch auf der Pilgerschaft sind und in Gefahren und Bedrängnissen weilen, bis sie zur seligen Heimat gelangen“ (Lumen gentium 62).


Die Pilger und Besucher aus dem deutschen Sprachraum begrüßte der Heilige Vater mit den folgenden Worten:

Am heutigen Hochfest der Aufnahme Marias in den Himmel grüße ich von Herzen alle deutschsprachigen Pilger hier in Castel Gandolfo. Dieser Festtag ist nicht nur ein Bekenntnis zu Maria, sondern ein Bekenntnis zum Menschen und zur Herrlichkeit des Himmels, zu der der Mensch berufen ist. An Maria wird sichtbar, daß Gott den Menschen mit Leib und Seele erlösen und ihn ganz bei sich haben möchte. Ihre Aufnahme in den Himmel gibt uns Hoffnung und Zuversicht. Der Himmel ist nicht eine weit entfernte und unbekannte Zone des Universums; er gehört in die Geographie des Herzens. Er ist uns nahe, weil Gott uns nahe ist. Wo Gott ist, ist der Himmel. Und wir haben eine Mutter dort, die uns zusammen mit ihrem Sohn Jesus erwartet. Wir werden erwartet! Und sie tritt für uns ein – für uns –, damit auch wir den Weg dorthin finden. Von Herzen wünsche ich euch und euren Familien einen schönen und gesegneten Festtag!






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