
München (kath.net/KNA) Die Jungen Liberalen rütteln an Grundfesten der Bayerischen Verfassung. Auf ihrer jüngsten Landesvorstandssitzung plädierten sie für eine Änderung von Artikel 131, Absatz 2, in dem als oberstes Bildungsziel in den Schulen die Ehrfurcht vor Gott genannt wird. «Religion und Weltanschauung sind eine individuelle Entscheidung und nicht die des Staates», heißt es in einer am Dienstag in München veröffentlichten Erklärung der Jungen Liberalen. Die konsequente Trennung von Kirche und Staat sei daher schon lange ein liberales Kernanliegen.
Der Landesvorsitzende der Jungen Liberalen, Matthias Fischbach, forderte, mit den «anachronistischen Überbleibseln der kirchlichen Einflussnahme» Schluss zu machen. Stattdessen solle die Achtung vor religiöser Überzeugung und vor der Würde des Menschen an erster Stelle der obersten Bildungsziele stehen. Ansichten, die andere Weltanschauungen diskriminierten, sollten in Bayern nicht weiter staatliches Bildungsziel sein.
Zugleich monierten die Jungen Liberalen, dass der Freistaat die beiden großen christlichen Konfessionen «im Übermaße» an den Schulen privilegiere. Sie forderten daher, den konfessionellen Religionsunterricht zugunsten eines Faches zu ersetzen, das verschiedene weltanschauliche und religiöse Ansätze sowie die Werte des Grundgesetzes vermittle.
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