
Bamberg (kath.net/bbk) Der Bamberger Erzbischof Ludwig Schick (Foto) hat die Bedeutung des Festes Maria Himmelfahrt (15. August) für die heutige säkularisierte Welt hervorgehoben. „Maria Himmelfahrt erinnert daran, dass es ein Leben nach diesem Leben gibt, was wir erhalten sollen und nach dem wir streben müssen“, so Erzbischof Schick, der dazu einlädt, das Fest am Mittwoch mit Gottesdiensten und Prozessionen zu begehen.
„Maria Himmelfahrt erinnert an das Ziel unseres persönlichen Lebens und an die Verheißungen, die Jesus allen Menschen gegeben hat. Das Leben jedes Menschen endet nicht im Tod, in Staub oder Asche, sondern in der Freude des Himmels“, betonte Schick. Der Tod sei Durchgang zum ewigen Leben, und die Geschichte der Erde werde nicht im Chaos und der Vernichtung, sondern im neuen Himmel und in der neuen Erde vollendet.
Maria Himmelfahrt erinnere zwar auch daran, dass dieses Leben und diese Welt vergänglich seien und wir es wie Maria in der Liebe zu Gott und zum Nächsten nutzen müssen. „Am Ende wartet das Gericht, um über unsere guten und bösen Taten zu entscheiden. Gottes Sehnsucht für uns ist aber, dass wir alle bei ihm im Himmel vereint werden wie Maria, die als erste der Menschen in die ewige Freude bei Gott eingegangen ist“, so der Erzbischof. Er fügte hinzu: „Wir haben hier in dieser Welt keine bleibende Stätte, und es ist gut, dass der Mensch sich während seines ganzen Lebens an seine Vergänglichkeit und seinen Tod erinnert, denn das setzt Kräfte frei, die dem Beginn des Reiches Gottes, der Gerechtigkeit, des Friedens und der Freude auf Erden dienen.“ Wer nur dieses Leben sehe und sich den Himmel auf Erden zu machen suche, der trage zum Leid und Bösen bei. „Die Geschichte der totalitären gottlosen Staaten wie des Kommunismus und Nationalsozialismus beweisen es.“
Maria sei in dieser Welt die Schmerzensmutter, der kein menschliches Leid erspart bleibe. Unverständnis, Zurücksetzung, Vertreibung, Tod von Josef und Jesus, ihres einzigen Sohnes, blieben Maria nicht erspart. „In allem liebte sie Gott und die Nächsten wie sich selbst. Dadurch trug sie zur Heilung der Kranken, zur Freude der Trauernden und zum Trost der Betrübten bei. Sie bereitete den Menschen ein Stück Himmel auf Erden, indem sie den Himmel bei Gott anstrebt“, sagte Bischof Schick.
Wir Christen müssten in dieser Zeit der säkularisierten Welt mehr über den Himmel reden: “Unsere Heimat ist im Himmel.“ Maria sei uns in all dem Vorbild und Wegbegleiterin. Maria zeige uns, dass es uns um den Himmel bei Gott gehen müsse. „Dann bereiten wir uns auch gegenseitig den Himmel auf Erden, soweit dies möglich ist. Das Fest Maria Himmelfahrt weist uns auf all das hin“, betonte der Erzbischof.
Das Fest Maria Himmelfahrt stammt aus dem fünften Jahrhundert und ist das älteste bekannte Marienfest. An diesem Tag, der der leiblichen Aufnahme der Gottesmutter in den Himmel gedenkt, werden traditionell Kräuter und Blumen geweiht. Vielerorts finden Prozessionen statt. In überwiegend katholischen Gemeinden Bayerns ist Maria Himmelfahrt ein gesetzlicher Feiertag.
Foto Erzbischof Schick: (c) Erzbistum Bamberg
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