
Rom-Moskau (kath.net/KAP) Der italienische Religionssoziologe Massimo Introvigne ist überzeugt, dass die Aktion der Punkband "Pussy Riot" in der Moskauer Christ-Erlöser-Kathedrale auch in jedem westlichen Land "gegen das Gesetz" wäre. Wenn die Künstlerinnen in der Kathedrale "einen Song mit obszönen Formulierungen gegen die Kirche, den Patriarchen und die Religion vorgetragen haben, dann würde das auch in jedem westlichen Land als Vergehen betrachtet werden", so Introvigne laut der Stiftung "Pro Oriente" in einem "Interfax-religion"-Interview.
Introvigne, der das neugegründete "Observatorium für Religionsfreiheit" des italienischen Außenministeriums leitet, bedauerte, dass es heute oft als selbstverständlich angesehen werde, das Christentum und die Kirche zu beleidigen. Jede denkbare Provokation gegen das Christentum und die Kirche würde als "legitime Ausdrucksform der Meinungsfreiheit" angesehen. Das sei in den vergangenen Jahrzehnten an Hand von "sogenannten Kunstwerken" deutlich geworden, "in denen die Kirche, der Papst oder sogar Jesus Christus" beleidigt wurden.
Der Religionssoziologe kritisierte das "völlig verzerrte" Bild der russisch-orthodoxen Kirche, das in vielen westlichen Medien gezeichnet werde. Die russische Kirche werde als "mittelalterliche und bigotte" Institution dargestellt, der es nur um den Machterhalt gelte.
"Dieses Bild ist völlig falsch und verneint die Anstrengungen des Moskauer Patriarchats zur Förderung von Versöhnung und Dialog auf nationaler und internationaler Ebene", so Introvigne. Dabei werde der Beitrag der russisch-orthodoxen Kirche zum gesellschaftlichen und interreligiösen Dialog von allen anerkannt, die mit diesen Bereichen vertraut seien.
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