12 August 2012, 12:58
Das Brot vom Himmel und die innere Geburt des neuen Menschen
 
Hildegard13
 
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Benedikt XVI.: Nur wer nach Gott hungert, kann an ihn glauben. Gebet für die Opfer der Überschwemmungen in China und auf den Philippinen sowie des schweren Erdbebens im Iran. Von Armin Schwibach

Rom (kath.net/as) Vor dem Gebet des Angelus in Castel Gandolfo kommentierte Papst Benedikt XVI. das heutige Sonntagsevangelium (19. Sonntag im Jahreskreis, Joh 6,41-51) von der Rede Jesu über das vom Himmel herabgekommene Brot. Wird dieses mit Glauben gegessen, so Benedikt XVI., so verwandle dieses Brot das Leben und ermutige dazu, mit den Brüdern und Schwestern, die materiellen und geistlichen Hunger hätten und vor allem nach Liebe und Hoffung hungerten, gemeinsam zu teilen.

Der Papst erklärte, was Jesus mit der wunderbaren Brotvermehrung sagen wollte. Jesus habe der Menschenmenge helfen wollen, die tiefe Bedeutung des von ihm gewirkten Wunders zu erfassen. Indem er auf wunderbare Weise ihren leiblichen Hunger gestillt habe, bereite er sie darauf vor, die Verkündigung anzunehmen, dass er das vom Himmel herabgekommene Brot sei, das auf endgültige Weise sättige.

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Auch das Volk der Juden habe während seines langen Wegs durch die Wüste die Erfahrung eines Brotes gemacht, das vom Himmel herabgekommen sei: das Manna. Jetzt spreche Jesus von sich als von dem wahren Brot, das vom Himmel herabgekommen und fähig sei, nicht nur für einen Augenblick oder für einen Teil des Weges am Leben zu erhalten, sondern für immer: „Er ist die Speise, die das ewige Leben schenkt, da er der eingeborene Sohn Gottes ist, der im Schoß des Vaters und gekommen ist, um dem Menschen das Leben in Fülle zu schenken, um ihn in das Leben Gottes selbst einzuführen“.

Benedikt XVI. erklärte, dass es im jüdischen Denken klar gewesen sein, dass das wahre Brot vom Himmel das Gesetz, das Wort Gottes sei. Das Volk Israel habe eindeutig erkannt, dass die Torah das grundlegende und dauerhafte Geschenk des Moses und Grundelement gewesen sei, das es gegenüber den anderen Völkern unterschied. Dieses Grundelement habe darin bestanden, den Willen Gottes und somit den rechten Weg des Lebens zu erkennen.

Insofern sich Jesus nun als das Brot des Himmels offenbare, bezeuge er, das Wort Gottes zu sein, das Fleisch gewordene Wort, durch das der Mensch den Willen Gottes zu seiner Nahrung machen könne. An der Gottheit Jesu zu zweifeln, die dies die Juden getan hätten, bedeute, sich dem Werk Gottes zu widersetzen.

Den heiligen Augustinus zitierend erinnerte der Papst daran, dass die Juden jenes Abschnitts aus dem Evangelium fern von jenem himmlischen Brot und unfähig gewesen seien, danach zu hungern: "Dieses Brot des inneren Menschen setzt nämlich Hunger voraus". „Auch wir müssen uns fragen, ob wir wirklich diesen Hunger verspüren“, so Benedikt XVI., „den Hunger nach dem Wort Gottes, den Hunger danach, den wahren Sinn des Lebens zu erkennen“. Nur wer von Gott, dem Vater, angezogen sei, wer auf ihn höre und sich von ihm unterweisen lasse, "kann an Jesus glauben, ihm begegnen und sich von ihm nähren und so das wahre Leben finden, den Weg des Lebens, die Gerechtigkeit, die Wahrheit, die Liebe".

Augustinus habe hinzugefügt, dass der Herr erkläre, das Brot zu sein, das vom Himmel herabkomme, und dazu mahne, an ihn zu glauben: „das lebendige Brot zu essen bedeutet nämlich, an ihn zu glauben, und wer glaubt, isst. Auf unsichtbare Weise wird er gesättigt, wie er auf ebenso unsichtbare Weise neu geboren wird“ – zu einem tieferen und wahreren Leben. Wer glaubt, „wird in seinem Innern neu geboren, in seinem Innern wird er ein neuer Mensch“.

Nach dem Angelus gedachte der Papst den Opfern der Überschwemmungen auf den Philippinen und in der Volksrepublik China und rief zu Solidarität und Hilfe auf. Ebenso erinnerte er an die Opfer des schweren Erdbebens im Nordwesten des Iran: „Diese Ereignisse haben viele Tote und Verletzten gefordert, Tausende obdachlos gemacht und enorme Schäden verursacht“, so Benedikt XVI., der alle Gläubigen zum Gebet für die Toten und für die von den Verwüstungen Betroffenen aufrief.



Die Pilger und Besucher aus dem deutschen Sprachraum begrüßte der Heilige Vater mit den folgenden Worten:

Gern heiße ich alle Brüder und Schwestern deutscher Sprache willkommen, besonders die Jugendlichen aus dem Feriencamp in Ostia. Im Tagesgebet des heutigen Sonntags bekennen wir, daß wir zu Gott Vater sagen dürfen, denn er hat uns an Kindes Statt angenommen und uns den Geist seines Sohnes gegeben. Und zugleich bitten wir den Herrn, „daß wir in diesem Geist wachsen“. Wir wachsen, wenn wir uns von Gott führen lassen und seinem Sohn Jesus Christus glauben. Er ist das lebendige Brot, das vom Himmel herabgekommen ist zum Leben dieser Welt. Nähren wir uns von diesem Brot, damit wir eins sind mit Christus, immer mehr in ihn hineinwachsen und das Leben erlangen, das für immer bleibt. Der Heilige Geist mache euch zu wahren Kindern Gottes und leite euch auf allen euren Wegen.

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