
Brüssel (www.kath.net/ KNA)
Die belgischen Bischöfe betonen angesichts des Kloster-Unterschlupfs von Michelle Martin ihre Solidarität mit den Dutroux-Opfern. Die Aufnahme der Komplizin und Ex-Frau des Kinderschänders Marc Dutroux durch die Ordensschwestern von Malonne bei Namur schmälere diese Haltung nicht, erklärte der Vorsitzende der Belgischen Bischofskonferenz, Erzbischof Andre-Joseph Leonard, am Freitag in Brüssel. Die belgischen Bischöfe stünden im Fall von Kindesmissbrauch klar auf der Seite der Opfer und ihrer Angehörigen. Dies habe nach wie vor oberste Priorität.
Erzbischof Leonard verwies darauf, dass die Klarissen von Malonne nicht der Aufsicht eines Bischofs unterstünden. Sie hätten die Entscheidung, Martin Unterschlupf zu gewähren, völlig autonom und ohne Rücksprache mit den Bischöfen getroffen. Sie hätten sich nach reiflicher Überlegung dafür entschieden, auch weil für Martin offenbar kein anderer Zufluchtsort gefunden worden sei.
Die Kirche akzeptiere die Entscheidung des Gerichts, Martin auf Bewährung vorzeitig aus der Haft zu entlassen, betonte Leonard. Gleichwohl seien der Schmerz der Angehörigen und die Wut der Bevölkerung verständlich. Inwieweit die gewählte Unterkunft für Martin gesellschaftlich durchsetzbar sei, habe aber nicht die Kirche zu entscheiden, sondern die zuständige Justizbehörde.
Ende Juli hatte die belgische Justiz entschieden, Dutroux' Ex-Frau und Komplizin Michelle Martin wegen guter Führung nach 16 Jahren Haft unter Auflagen vorzeitig freizulassen. Das Klarissen-Kloster in Malonne bei Namur hatte die Bereitschaft zur Aufnahme Martins nach ihrer Entlassung signalisiert, KATH.NET hat berichtet.
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Foto: © Erzbistum Mechelen-Brüssel
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