
Vatikanstadt (www.kath.net/ KNA)
Nach Einschätzung von Kurienkardinal Peter Kodwo Appiah Turkson richten sich Anschläge auf Kirchen in Afrika gegen das Selbstverständnis des Christentums. Sie zielten auf den Lebensstil, die Sichtweise und generell „auf das, was ein Christ darstellt“, sagte Turkson der Vatikanzeitung „Osservatore Romano“ (Mittwoch). In einigen Fällen lasse sich Gewalt gegen Christen mit religiösem Fanatismus erklären, so Turkson. Dies sei etwa in Indien oder in einigen islamischen Ländern der Fall. Häufig mischten sich jedoch auch rassistische und religiöse Motive, etwa im Norden Afrikas.
Christen in Afrika seien häufig besonders schutzlos, da ihre Kirchen in der Nähe von Missionsstationen und nicht in den Zentren gebaut seien. Die Moscheen der Muslime befänden sich hingegen in dicht besiedelten Gegenden. Leicht anzugreifen seien Christen auch deshalb, weil Verteidigung nicht Wesensteil ihrer Religion sei. „Wir glauben an einen Gott, der nicht verteidigt werden muss“, so Turkson. Es gehe nicht darum, den eigenen Kult durchzusetzen, sondern Gott zu bezeugen und die sozialen Strukturen der Kirche allen Menschen zugänglich zu machen. Davon würden sich Christen auch durch Anschläge nicht abhalten lassen. Turkson ist seit 2009 der Leiter des Päpstlichen Rates für Gerechtigkeit und Frieden.
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