
Salzburg (kath.net/KAP/red)
Wieder einmal durfte auf der jährlichen „Salzburger Hochschulwochen“, einer offiziellen Veranstaltung der katholischen Kirche, Redner zu Wort kommen, die vor allem dadurch auffallen, dass sie antikatholische Propaganda verbreiten dürfen. So auch am gestrigen Montag geschehen, als dem Münchener evangelischen Theologe Friedrich W. Graf eine Plattform geboten wurde, die er für seine antikatholische Sicht auch nutzte. Graf behauptete, dass die katholische Kirche unter einem "Phantasma der All-Zuständigkeit" leide und daher jeder Außenansicht auf die Welt - etwa durch die Brille der modernen Sozialwissenschaften - mit äußerster Skepsis begegne.
Auch wenn die Kirche an der plural gewordenen Moderne leide: die Idee einer Kirche als "Avantgarde-Modell einer moralischen Idealgemeinschaft", wie sie dem Papst laut Graf vorschwebe, trage heute nicht mehr. Notwendig sei vielmehr ein Rückbesinnung: "Kirchen neigen oft dazu, sich zu allem und jedem zu äußern." Dabei sei weniger oft mehr: "Wer ständig redet, betreibt lediglich seine eigene Entwertung."
Ein Beispiel für ein der Moderne nicht entsprechendes Welt- und Kirchenverständnis werde etwa in der "Freiburger Rede" Papst Benedikts XVI. deutlich. Darin hatte der Papst zu einer "Entweltlichung" aufgerufen und damit eine kontroverse Diskussion losgetreten. Graf dazu: "Entweltlichung kann von Benedikt XVI nur gefordert werden, weil er sich um die Welt nicht kümmert. Jeglicher Bezug auf die soziale Umwelt fehlt in seiner Ekklesiologie. Doch Theologie kann die moderne Gesellschaft nur mit Hilfe der Sozialwissenschaften wahrnehmen."
Die "Salzburger Hochschulwochen" dauern noch bis 12. August und wurden am 6. August vom Salzburger Erzbischof Alois Kothgasser eröffnet. Träger der Einrichtung sind übrigens die Theologische Fakultät der Universität Salzburg, die Salzburger Äbtekonferenz der Benediktiner, das Katholische Hochschulwerk Salzburg, die Görres-Gesellschaft, die Katholischen Akademikerverbände Deutschlands und Österreichs sowie das Forum Hochschule und Kirche der Deutschen Bischofskonferenz.
Kontakt Erzbischof Alois Kothgasser: erzbischof.kothgasser@zentrale.kirchen.net
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