
Wien (kath.net/PM) Weil derzeit in Moskau den drei Frauen der Punkband „Pussy Riot“ ein Prozess gemacht wird, die in der Moskauer Erlöserkathedrale mit zum Teil entblößtem Oberkörper im Altarraum herum sprangen und "Gottesmutter, gesegnete Jungfrau, vertreibe Putin!" schrieen, hat die österreichische „Initiative Religion ist Privatsache“ einen Antrag beim Ministerium eingebracht, um der russisch-orthodoxen Kirche in Wien (siehe Foto) ihre Rechtspersönlichkeit abzuerkennen.
Die Initiative bezeichnet den Prozess in einer Aussendung als „Schauprozess, der als Teil der systematischen Unterstützung der russisch-orthodoxen Kirche für das autoritäre Putin-Regime zu betrachten ist“.
Eytan Reif von der Initiative sagt, die drei Frauen stünden vor Gericht weil sie „die russisch-orthodoxe Kirche sehr öffentlichkeitswirksam als das, was sie ist, geoutet haben: als eine skrupellose, machtbesessene und gar nicht so heilige Komplizin Putins". Da diese Kirche „nachweislich keine 'positive Grundeinstellung gegenüber Gesellschaft und Staat', wie vom Gesetzgeber verlangt, aufweist“, sei es auch realistisch, dass der ihr unterstellten russisch-orthodoxen Kirche in Österreich die Rechtspersönlichkeit aberkannt werde. Diese Initiative hält grundsätzlich die gesetzliche Anerkennung einer Religion für „bedenklich“.
Die russisch-orthodoxe Kirche hält sich in Moskau aus dem derzeit laufenden Prozess heraus. Der deutsche Ostkirchen-Experte Nikolaus Wyrwoll, stellvertretender Leiter des Ostkirchlichen Instituts in Regensburg, sagte zu dem Prozess, die Richter wollten durch betonte Härte an den Frauen "ein Exempel statuieren", da in ganz Russland Kirchen, Moscheen, Friedhöfe und Ikonen vermehrt von Vandalismus heimgesucht würden. "Mit Putin hat das nichts zu tun, außer dass die Frauen das Wort Putin gerufen haben."
Foto: Russisch-orthodoxe Kirche zum hl. Nikolaus in Wien © www.nikolsobor.org
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